Schreibabys
Markus Niesen | 9. Jun 2005 | Entwicklung
Es ist völlig normal, dass ein kleines Baby schreit: es hat Hunger oder Durst, es verspürt Schmerzen, die nasse Windel ist unangenehm, es ist zu heiss oder zu kalt, das Licht ist zu grell oder zu dunkel, der umgebende Lärm ist unerträglich, es ist zu viel Stress um es herum und das Baby ist einfach nur müde. Das Schreien des Babys ist eine Aufforderung an die Eltern korrgierend einzugreifen.
Wenn weder Stillen noch Herumtragen, weder Schaukeln noch Wiegen das Baby beruhigen und wenn das Kind ohne scheinbar ersichtlichen Grund weiterhin ausdauernd und untröstlich weint, dann spricht man von einem Schreibaby.
Eine weithin akzeptierte Definition geht davon aus, dass ein Schreibaby für
- mehr als drei Stunden am Tag,
- bei mehr als drei Tagen in der Woche,
- und für insgesamt mehr als drei Wochen
weint. Wenn Eltern aber durch das anhaltende Schreien des Babys verzweifeln und sich überfordert fühlen kann man auch ohne genauere Zeitangaben davon ausgehen, dass sie ein Schreibaby in der Familie haben.
Damit die wenigen Momente der Ruhe nicht in endlosen Ergebnislisten der Suchmaschinen verbracht werden, hier die wichtigsten Anlaufstellen für Eltern mit Schreibabys:
- Informationen zu Schreibabys von elternimnetz.de
Eltern im Netz ist der "etwas andere Ratgeber der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe." Auf den Informationsseiten des Bayerischen Landesjugendamtes werden alle Fragen zu Schreibabys ausführlich erläutert. Es gibt auch die Möglichkeit Rat und Hilfe vor Ort zu erhalten: nach Eingabe der Postleitzahl werden die Kontaktinformationen des lokalen Jugendamtes angezeigt. - Wenn die Nerven der Eltern blank liegen auf familienhandbuch.de
Dieser Artikel der Diplompsychologin Mauri Fries nennt neben einigen wertvollen Tipps zu Schreibabys auch die Situationen, in denen Eltern professionelle Hilfe hinzuziehen sollten. - Schreibaby Ambulanz
Das von Paula Diederichs entwickelte Konzept der Schreibaby Ambulanzen soll "eine Art Erste Hilfe für Körper und Seele, für Schreibabys und deren Eltern" sein. Die in jeder größeren Stadt angesiedelten Beratungsstellen helfen betroffenen Eltern aus der Krise. - Schreibabyseite von schreibaby.de
Neben praktischen Tipps zur ersten Hilfe bei Schreibabys gibt es bei Anica Gadermann auch ein entsprechendes Forum, in dem betroffene Eltern sich austauschen können. - Interaktives Netzwerk Schreibabys unter trostreich.de
Die Selbsthilfeinitiative Trostreich von Jutta Riedel-Henck hilft Eltern von Schreibabys mit weiterführenden Informationen und Kontakten zu Gleichgesinnten.
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Problem der Schreibabys scheint sich mit fortschreitendem Alter der Kinder oft von selbst zu lösen. Die oben aufgeführten Webseiten können betroffenen Eltern aber auch schon vorzeitig helfen, das Thema "Schreibaby" schnell zu den Akten zu legen.
Top-Tipp: Limango - Einkaufsgemeinschaft für junge Familien!
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