Umstandsmode
Markus Niesen | 3. Aug 2005 | Schwangerschaft
Wie nähert man sich als Mann dem vermeintlich schwierigen Thema Umstandsmode? Ganz einfach: man tippt den Begriff in eine Suchmaschine ein, reibt sich erstaunt die Augen und wundert sich nur noch über die Ergebnisse!
Denn Umstandsmode scheint irgendwie ganz anders zu funktionieren als alle anderen Bereiche rund um Schwangerschaft und Geburt:
1. Stars und Sternchen
Um Umstandsmode erfolgreich zu verkaufen müssen anscheinend Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen her. Hierbei sind zwei Trends zu erkennen:
Die clevere Betreiberin des Umstandsmoden-Shops umstandsmode.de schickt ihre schönsten Stücke an schwangere Models, Fernsehmoderatorinnen oder Schauspielerinnen. Im Gegenzug senden diese ihr entweder nette Autogrammkarten oder lassen sich gleich wie Verona Feldbusch in Umstandsmode auf der Titelseite ihres aktuellen Buches ablichten.
Ganz anders arbeiten die Mädels von bellybutton.de: Hier haben sich erfolgreiche Unternehmerinnen, Models und Schauspielerinnen zusammengeschlossen, um gemeinsam Umstandsmode zu produzieren und zu vermarkten. Dabei arbeiten die fünf Inhaberinnen mit einem gewissen "Sex in the City"-Touch: Sie veranstalten schicke "Hey Sexy Mama Nights", bei denen andere Schauspielerinnen und Models eingeladen sind, und berichten regelmässig von ihrem aufregenden Leben aus Kapstadt, Hamburg, Mallorca und Hollywood. Da eine von ihnen auch noch mit Til Schweiger verheiratet ist, sind schöne Fotos und ein gewisser Medienhype rund um ihre Umstandsmode garantiert.
Beide Ansätze sind durchaus legitim und scheinbar auch sehr erfolgreich. Die Websites sind State-of-the-Art und in jedem Fall einen ausgedehnten Besuch wert.
2. Es wird hemmungslos geduzt
Während die typische Familienwebsite eher nüchtern und distanziert daherkommt (und baby-blog.de ist da bewusst keine Ausnahme!), wird beim Thema Umstandsmode hemmungslos geduzt. Es scheint ein unsichtbares Band zu geben, dass alle Schwangeren dieser Welt irgendwie verbindet.
Interessanterweise zieht sich diese Technik bis in den Shop-Bereich hinein und ist nicht nur auf Einstiegsseiten oder die "Über uns"-Seiten beschränkt. Da findet man dann Juwelen wie "Hier kannst du Schwangerschaftsmode sowie Pflege, Geschenke und Accessoires für Mütter und Kinder ganz einfach online bestellen." oder "Klick auf ein Bild um mehr Informationen über Materialien, Grössen & Preise zu erhalten.".
Irgendwie muss man bei diesen Sätzen ständig überprüfen, ob man sich immer noch Umstandsmode ansieht oder nicht gerade aus Versehen dabei ist, sich irgendwelche kostspieligen Klingeltöne herunterzuladen.
Ich habe im realen Leben absolut nichts dagegen geduzt zu werden, aber in einer E-Commerce Umgebung finde ich diesen saloppen Umgangston extrem störend. Vielleicht reagiert der Hormonhaushalt einer Schwangeren jedoch etwas anders auf diese so persönlich gehaltenen, unterschwelligen Kaufbotschaften.
3. Blog-Invasion
Websites, die sich mit Schwangerschaft und Geburt befassen, bloggen in der Regel nicht.
Klar, es gibt einige persönliche Weblogs, in denen Schwangere und Eltern über ihre täglichen Erlebnisse berichten. Aber im Business-Umfeld hält man sich in der Regel eher bedeckt. Über dieses Phänomen wurde auch bereits an anderer Stelle berichtet.
Ganz anders sieht es jedoch im Bereich Umstandsmode aus! Warum um alles in der Welt tummeln sich hier gleich drei Blogs, wenn bei allen anderen Themen tote Hose herrscht? Ist der Markt für Umstandsmode so hart umkämpft, dass einige clevere Shop-Besitzer versuchen, über einen Blog neue Besucher ihrem Internet-Auftritt zuzuführen?
Hier die drei Umstandsmoden-Blogs, die sich mit mehr oder weniger viel Aufwand um neue Kunden bemühen:
- umstandsmoden.blogg.de für Bellissimama
- umstandsmode-bestellen.de für den eigenen Shop
- umstandsmode.blogg.de als Affiliate für Baby Butt
Fazit:
Naürlich braucht man nicht unbedingt einen Blog oder hübsche Models, um Umstandsmode zu verkaufen. Es gibt unzählige Anbieter, die dies - ebenfalls sehr erfolgreich - weiterhin auf dem klassischen Weg versuchen.
Die hier genannten Beispiele zeigen aber, dass man gerade im Bereich Umstandsmode gelernt hat, auch einmal in eine etwas andere Richtung zu denken. Die Anbieter haben sich damit einen kleinen, aber feinen, strategischen Vorteil verschaffen.
Top-Tipp: Limango - Einkaufsgemeinschaft für junge Familien!
| « Kinderwagen | Vaterschaftstest » |


