Pflichttermine beim Kinderarzt
Markus Niesen | 28. Nov 2005 | Entwicklung
Der Kinderschutzbund schätzt, dass in Deutschland 50.000 bis 200.000 Kinder von ihren Eltern vernachlässigt, gequält oder umgebracht werden.
Die neue Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will nun in verschiedenen Modellprojekten Kinder in Problemfamilien früher vor Gewalt schützen.
Frauenärzte und Beratungsstellen sollen zukünftig angehenden Eltern, denen das soziale Netz, Geld oder die Vorfreude auf das Kind zu fehlen scheint, kostenlose Unterstützung anbieten.
Ab dem 5. Schwangerschaftsmonat besucht und begleitet eine Hebamme die Eltern und ab dem 3. Lebensmonat des Kindes übernimmt eine Familienhelferin die weitere Betreuung.
In einer anderen Initiative sollen die freiwilligen Untersuchungen beim Kinderarzt bis zum fünften Lebensjahr (U1 bis U9) künftig zu Pflichtterminen gemacht werden.
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch bereits wieder erste negative Stimmen zu diesem Modell.
Als großer Kritiker der früheren Bundesfamilienministerin Renate Schmidt halte ich die Überlegungen von Ursula von der Leyen hingegen für gut und richtig:
Wenn ich zu jedem einzelnen Bericht über misshandelte oder getötete Kinder in Deutschland einen Link setzen würden, dann würde der Baby-Blog nur noch aus Katastrophenmeldungen bestehen.
Daher ist jede Initiative zu begrüßen, die hier korrigierend eingreift.
Denn die neue Regierung ist angetreten, um entscheidende Veränderungen einzuleiten. Es ist meines Erachtens wichtig, dass nicht gleich alles wieder zerredet wird.
Mehr zu den Ideen von Familienministerin Ursula von der Leyen in der Welt am Sonntag.
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