Baby Einstein™
Markus Niesen | 26. Jan 2006 | Entwicklung
Eine eigentlich einfache Idee, die durch einen cleveren Markennamen zu einem genialen Verkaufsschlager geworden ist:
Man produziere Klassik-CD's, DVD-Bilderbücher und Entdecker-Karten für Babys und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren und verkaufe diese an zahlungskräftige Eltern.
So weit, so gut!
Aber lesen wir den letzten Satz doch noch einmal etwas genauer:
Klassik-CD's für Babys? - Das soll gut sein?
Wenn wir uns dann auch noch anschauen, was der deutsche Verlag dazu schreibt, dann könnte man diese Idee eigentlich gleich wieder zu den Akten legen:
Klassische Musik kann die verbale Ausdrucksfähigkeit, die räumliche Wahrnehmung, die Kreativität, das Einfühlungsvermögen und das Gedächtnis Ihres Kindes fördern. Das haben Studien gezeigt.
Geht es eigentlich noch langweiliger? - Und welche Studien werden dort eigentlich zitiert?
Aber jetzt kommt der geniale Teil:
Man verkaufe diese langweiligen Klassik-CD's, DVD-Bilderbücher und Entdecker-Karten, die schon Dutzende Verlage ähnlich und vielleicht auch noch viel besser produziert haben, unter dem Label "Baby Einstein™" und man hat einen unvergleichlichen Gewinner produziert!
Im selben Moment denken nämlich unzählige Eltern an verunglückte Pisa-Ergebnisse und die unbedingt erforderliche Frühförderung der Kleinen, mit der man ja "nicht früh genug anfangen kann", und zücken bereitwillig den Geldbeutel, um ihren Kindern die teuren, aber vermeintlich guten "Baby Einstein™"-Produkte zukommen zu lassen.
Denn der überaus gelungene Markenname "Baby Einstein™" verschafft Assoziationen im Gehirn, die erst gar keine Kaufreue aufkommen lassen: Plötzlich ist nur noch "das Beste gerade gut genug", weil im Prinzip jeder einen Einstein-Junior zu Hause haben will.
Die Walt Disney Company hat den Wert dieses Markennamens frühzeitig erkannt und zugeschlagen: Im November 2001 kaufte man die Baby Einstein Company und macht seitdem gute Geschäfte.
Seit Ende 2004 bemüht sich der Oberstebrink-Verlag aus Ratingen darum, die "Baby Einstein™"-Produkte auch auf dem deutschen Markt zu verbreiten. Wie man an dem unglücklichen Text weiter oben sehen kann blieb aber beim Sprung über den großen Teich anscheinend viel von der Faszination des Markennamens irgendwo hängen.
Dennoch: Vor gar nicht allzu langer Zeit durften Kinder tatsächlich auch noch Kinder sein. Sie durften sich mit all den Dingen ausgiebig beschäftigen, die ihnen so viel Spaß gemacht haben.
Heutzutage müssen anscheinend bereits im Babyalter die ersten Schritte zur Frühförderung eingeleitet werden, damit aus dem Kind später einmal "auch etwas wird".
Doch "Baby Einstein™" ist erst der Anfang dieser Entwicklung!
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7 Kommentare
Nach dem ich der CD etwa ein halbes Jahr lang keine Beachtung geschenkt habe, habe ich sie dann doch mal in den Player getan.
Mein Sohn damals 6 Monate schaute von Anfang an gespannt die CD an.
Heute ist er ein Jahr alt und immernoch sichtlich davon begeistert.
Er schaut sich die Bilder an, klopft im Takt der Musik und tanzt.
Ich habe bis jetzt noch keine Produkte von Baby Einstein gekauft, werde es aber mit Sicherheit tun.
Nicht weil mein Kind ein Einstein werden soll, sondern weil er Freude daran hat.
Gruß Wenke
Veronica Yanez
He leido mucho sobre los dvd Einstein y son videos especiales creados para bebes a partir de los 3 meses de edad, los videos están hechos o han sido desarrollados por etapa de crecimientos de 0 a 6 meses, 7 a 12, 12 a18
Luego comienza otra serie que se llama die little Einstein. la serie ha sido desarrollada por sicopedagogos, mi hija no solo se entretiene sino que ademas aprende mucho!
So etwas ähnliches belegt die folgende Studie:
http://www.concordmonitor.com/article/baby-einstein-videos-may-make-kids-dumber
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