Baby-Fernsehen
Markus Niesen | 8. Feb 2006 | Entwicklung
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen Link zum "Evangelischen Sonntags-blatt für Bayern" setzen würde. In der letzten Ausgabe war jedoch ein sehr informativer Bericht über den Einzug des Fernsehens in die deutschen Baby- und Kleinkinderhaushalte.
Dabei werden viele Themen angesprochen, über die der Baby-Blog auch bereits berichtet hat:
Zunächst geht es um den phänomenalen Erfolg der "Baby Einstein™"-Serie. Dann folgt ein Hinweis auf "Baby-TV", welches in Italien und Frankreich bereits rund um die Uhr sendet und dessen Einführung in Deutschland im 3. Quartal dieses Jahres geplant ist.
Anschließend geht der Artikel auf die Geschichte des Kinderfernsehens in Deutschland ein und berichtet von den Schwierigkeiten, die die "Sesamstraße" bei ihrer Einführung im Jahre 1973 hatte. Als nächster Meilenstein nervten die Teletubbies und dieser unsagbar dumme Spongebob die verzweifelten Eltern, die sich vor der Flut an Kinderprogrammen im Fernsehen nicht mehr retten konnten.
Mittlerweile stehen die kommerziellen Interessen der Sender im Vordergrund, die sich ausschließlich und teilweise rund um die Uhr an die jungen Zuschauer richten. Der Artikel beschreibt die Probleme der Sendeanstalten, die mit der Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen ein sehr heterogenes Publikum bedienen müssen.
Abschließend wird dann noch das von Medienpädagogen, Lernforschern und anderen Wissenschaftlern mitgestaltete Babyfernsehen diskutiert. Natürlich will keiner der Programmmacher in der rechten Spalte neben dem Artikel den ersten Schritt machen, aber es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass dieser Damm sofort brechen wird, wenn erst einmal ein mutiger Programmverantwortlicher ins kalte Wasser gesprungen ist.
Dann wird auch ein eingetragener Verein wie PeKIP, dessen Geschäftsführung von seinen Mitgliedern mehr und mehr dazu gedrängt wird, doch endlich kritisch Stellung gegen das Babyfernsehen zu beziehen, nicht mehr korrigierend eingreifen können.
Denn eins ist sonnenklar: Babyfernsehen ist eine Nische, die in Deutschland noch nicht besetzt ist. Bei allen Überlegungen geht es nur darum "die jüngste aller Zielgruppen" bereits frühzeitig anzusprechen und langfristig an sich zu binden. Es handelt sich daher um ein Geschäft, welches nicht mehr aufzuhalten ist.
Daran werden auch gut recherchierte und ausgewogen geschriebene Artikel wie "Kommt jetzt Baby-Fernsehen?" im "Evangelischen Sonntagsblatt für Bayern" nichts mehr ändern können!
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