Väter zwischen Kindern und Karriere
Markus Niesen | 6. Mär 2006 | Baby Erziehung
In der Welt am Sonntag gab es am vergangenen Wochenende eine Artikelserie zu der neuen Rolle der Väter innerhalb der Familie.
Grundlage ist eine neue Studie des Familienministeriums, die Männer in ihrem neuen Konflikt zwischen Beruf und Familie analysiert.
Die Studie geht dabei nicht nur auf die Interessen des Arbeitgebers des Mannes ein, sondern sie beschreibt auch seine schwierige Rolle innerhalb der eigenen Familie: Denn nach wie vor glauben 55 Prozent der deutschen Frauen, dass Väter grundsätzlich nicht geeignet sind, Kinder zu erziehen.
So kämpfen die "neuen" Väter an allen Fronten um ihre gesellschaftliche Anerkennung. Als einzelnes Ausnahmeexemplar zwischen all den Müttern beim Babyschwimmen oder beim PEKiP müssen sie sich genauso mit den vielen Vorurteilen auseinandersetzen, die sie auch in ihrer Exotenrolle als teilzeitarbeitender Vater bei ihren Vorgesetzten und Kollegen finden.
Die Artikelserie in der Welt am Sonntag zeigt nun einerseits, wie die Politik durch eine neue Elternzeitregelung die Rolle des Vaters stärken will. Gleichzeitig nennt sie exemplarisch Beispiele von Unternehmen, die ihren männlichen Mitarbeitern mehr Freiräume bei der Erziehung ihrer Kinder gewähren:
- Väter zwischen Kindern und Karriere, der Hauptartikel.
- Die Schwierigkeiten der neuen Väter im Beruf und in der Familie, ein Artikel über den neuen Rollentausch und die daraus resultierende Doppelbelastung der Hausmänner.
- "Trendsetter haben es schwer", ein Interview mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.
- "Ich habe an Elternzeit gedacht", ein Interview mit Utz Claassen, dem Vorstandsvorsitzenden des Stromkonzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW), über die Schwierigkeiten von Topmanagement und Konzernlenkern in Elternzeit zu gehen.
- Vaterrolle im Wandel der Zeiten, ein Rückblick, welcher das gesellschaftliche Bild der Väter zurück bis ins 18. Jahrhundert beschreibt.
Die Artikel sind alle lesenswert, wenn ihnen auch letztendlich etwas an Substanz fehlt. Doch die Rolle der Väter wird sich nicht über Nacht ändern. Hierzu sind viele kleine, stetige Schritte notwendig.
Ich denke aber, dass sich viele "neue" Väter mit dem in der Studie vorgestellten Vaterbild sehr gut anfreunden können. Insofern ist die Artikelserie zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
(gefunden u.a. auch bei Elternzeit)
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2 Kommentare
Im Gegenteil, bei ihm ging beruflich der Übergang in Teilzeitarbeit weitgehend problemlos vonstatten, wohingegen ich mir eine neue Aufgabe in der Firma suchen mußte, weil berufstätige Mütter kleiner Kinder nicht in das Weltbild meines Projektleiters passen.
Wenn ich es mir recht überlege, kenne ich eine ganze Menge Männer, die Elternzeit nehmen oder genommen haben und die berichten alle positiv davon. Vielleicht muß man auch ein wenig Stolz auf den Exotenstatus entwickeln, gerade weil man etwas tut, was nicht selbstverständlich ist.
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