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Kommentar von: Kathrin [Besucher]
KathrinAlso, das einzelne Ausnahmeexemplar, mit dem ich verheiratet bin, und der mir 2 Elterntage abnimmt, an denen ich im Büro entspannen kann, hatte glücklicherweise noch keine Probleme mit dem Exotenstatus.

Im Gegenteil, bei ihm ging beruflich der Übergang in Teilzeitarbeit weitgehend problemlos vonstatten, wohingegen ich mir eine neue Aufgabe in der Firma suchen mußte, weil berufstätige Mütter kleiner Kinder nicht in das Weltbild meines Projektleiters passen.

Wenn ich es mir recht überlege, kenne ich eine ganze Menge Männer, die Elternzeit nehmen oder genommen haben und die berichten alle positiv davon. Vielleicht muß man auch ein wenig Stolz auf den Exotenstatus entwickeln, gerade weil man etwas tut, was nicht selbstverständlich ist.
06.04.06 @ 01:39
Kommentar von: papa3t [Besucher]
papa3tIn den Artikeln finden sich einige schöne Zitate, die mir als ehemaligem Elternzeitler, der jetzt wieder vor der Frage steht, aus dem Herzen sprechen. Sonst stehe ich ja nicht auf CDU-Seite, doch was Frau von der Leyen sagt, sit das vernünftigste, was ich je zu dem Thema von einem Familienpolitiker gehört habe: "Wir wollen einerseits in einer modernen Welt leben, pflegen aber Klischees, die zum Teil weit ins letzte Jahrhundert reichen. Zwei Drittel der Männer wünschen sich zwar mehr Zeit für Erziehung und Betreuung ihrer Kinder, fürchten aber berufliche und finanzielle Nachteile. Außerdem glauben 55 Prozent der Frauen, daß Männer nicht geeignet seien, Kinder zu erziehen. Das ist völlig absurd." Und was der Manager, der sich doch nicht traut, Elternzeit zu nehmen, zugibt, ist immerhin: "Grundsätzlich wäre das wünschenswert. Aber unsere Gesellschaft ist bei individuellen Lebens- und Arbeitsformen nicht so weit, wie sie sein müßte. Wir setzen zu viel auf Angepaßtheit. Wer sich nicht wie alle anderen verhält, fällt schnell durchs Raster. Dadurch verlieren wir für Führungsaufgaben viele Talente." Mich zum Beispiel :-) Wer immer noch Schwierigkeiten mit dem Thema hat, sind die (kinderlosen?) Journalisten. Sie verharren oft in Klischees, die sie doch beschreiben sollten. So lest ich im Hauptartikel der Serie: "Es gibt sie, die neuen Väter: echte Kerle, die passionierte Wickel-Experten, Möhrenbrei-Köche und Geschichten-Vorleser sind." Das ist doch Blödsinn. Niemand ist "passionierter Wickel-Experten", aber es ist dennoch eine schöne Erfahrung, ein kleines Kind zu pflegen. Die unmittelbarste Erfahrung der Mitmenschlichkeit, die uns zugänglich ist. Auch für die Pflege alter Menschen gilt das, doch diese ist weniger hoffnungsfroh. Die Erfahrung des Managers, für soundsoviel Mitarbeiter verantwortlich zu sein (doch nur für ihren beruflichen WErdegang), ist damit nicht vergleichbar.
26.11.06 @ 08:37

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