Opinio
Markus Niesen | 9. Mär 2006 | Sonstiges
Wie nähert sich ein eher traditionelles Medium der neuen Meinungsvielfalt, die durch die Bloggingszene entstanden ist?
Über Jahrzehnte lag die öffentliche Meinungsbildung in der Hand der Zeitungsmacher und der Redaktionen bei Funk, Film und Fernsehen. Seit einigen Jahren kann jedoch jeder im Rahmen eines Blogs seine eigene Meinung veröffentlichen und unter seinen Anhängern verbreiten.
Daher wurden die Blogger von den traditionellen Medien anfangs eher argwöhnisch beobachtet. Man wusste nicht so genau, wie man mit dieser neuen Form der Meinungsäußerung umgehen sollte.
Mittlerweile haben es die Artikel der Blogger in Amerika bereits auf die Einstiegsseiten der Nachrichtenportale geschafft. In Deutschland ist die Annäherung noch nicht ganz so weit, doch einige Redaktionen experimentieren zumindest ein wenig mit den Blogs herum.
Einen ganzen Schritt weiter geht allerdings die Rheinische Post, die auf rp-online.de mit Opinio ein neues crossmediales Medium entwickelt hat.
Der Begriff "Blog" wird zwar dabei explizit nicht erwähnt, aber das Internetportal Opinio bietet allen Lesern die Möglichkeit, eigene Berichte, Geschichten, Fotos etc. zu veröffentlichen.
Wie bei jeder guten Blogsoftware gibt es auch hier die Möglichkeit, die Beiträge der Autoren zu kommentieren. So können bei Opinio sich Menschen nicht nur über viele Themen informieren, sondern sich auch austauschen, über sich erzählen und miteinander in Kontakt treten.
Besonders spannende, unterhaltsame und interessante Beiträge der Opinio-Autoren werden einmal im Monat im Opinio-Magazin veröffentlicht, welches dann der Rheinischen Post sowie der Neuß-Grevenbroicher Zeitung beiliegt. Außerdem gibt es an jedem Dienstag eine Opinio-Seite in der gedruckten Ausgabe der Rheinischen Post.
Für die Besucher von baby-blog.de sind insbesondere die vielen Beiträge in der Rubrik Familie und Kinder interessant. Hier schreiben Dutzende Autoren über Fragen der Erziehung, zu Problemen in der Schule und zum Thema Reisen mit Kindern.
Sehr schön sind auch die Geschichten mit Kindern, in denen lustige Erlebnisse mit den Eltern und den Großeltern geschildert werden.
Wer selbst bei Opinio mitschreiben will, der muss sich zunächst kostenlos registrieren. Im Prinzip kann jeder mitmachen. Man muss nicht unbedingt im Einzugsgebiet der beiden Zeitungen wohnen.
Für Blogger mit eigenen Weblogs ist Opinio darüberhinaus in zweierlei Hinsicht interessant:
- Mit Opinio gibt es eine weitere Online-Plattform, mit deren Hilfe man neue Leser von den eigenen Qualitäten überzeugen kann.
- Bei der Veröffentlichung eines außergewöhnlichen Artikels gibt es weiterhin die Chance, im Opinio-Magazin veröffentlicht zu werden. Mit den 400.000 Lesern der Rheinischen Post erhält man damit eine Reichweite, von der die meisten Blogger bisher nur träumen konnten.
Es lohnt sich daher durchaus, sich einmal ein wenig auf Opinio umzusehen. Auch hier sind zwar wie bei allen anderen Weblogs die Beiträge der Autoren von unterschiedlicher Qualität. Aber man wird schnell den einen oder anderen Favoriten entdecken.
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