Trixie Tracker
Markus Niesen | 13. Mär 2006 | Entwicklung
Als die beiden Amerikaner Ben MacNeill and Jennifer Egan vor mehr als zwei Jahren ihre Tocher Trixie bekamen, begannen sie jegliches Detail aus dem Leben ihrer Tochter aufzuzeichnen:
Sie registrierten die Schlafens-zeiten ihrer Kleinen, erfassten jede Windel und jedes Fläschchen, notierten sich wann Trixie gestillt wurde und welche Beikost sie erhalten hatte, katalogisierten die abgepumpte Milch und verzeich-neten die verabreichte Medizin.
Aus dieser ungeheuren Datenflut entwickelten sie aussagekräftige Grafiken, die sie im Internet ihren Freunden und Bekannten stolz präsentierten.
Mit einem Blick konnten alle ablesen, zu welchem Tageszeitpunkt Trixie in der Regel tief und fest schlief. So konnten die Eltern mit ruhigem Gewissen ihre Freunde einladen oder aber auch einmal ganz entspannt in die Badewanne steigen.
Durch die umfangreiche Statistik über den Windelverbrauch und Windelzustand konnten sie nicht nur die Bedarfsplanung vorausschauend durchführen, sondern auch gezielt auf Fragen des Kinderarztes nach dem Stuhlgang ihrer Tochter antworten. Sie konnten erkennen, welcher Windeltyp besonders häufig vom Auslaufen bedroht war und konnten anhand der historischen Daten den Zeitpunkt des nächsten Windelwechselns bestimmen.
Mit Hilfe der Beikost-Daten konnten sie frühzeitig die Ursachen für auftretende Allergien ermitteln. Die Zahlen halfen ihnen dabei, einen Ernährungsplan aufzustellen und die benötigten Vorräte rechtzeitig einzukaufen.
Die Erfassung der abgepumpten Milch sorgte für Ordnung im Kühlschrank und in der Tiefkühltruhe und mit nur einem Blick war erkennbar, welcher Milchvorrat spätestens wann verbraucht werden sollte.
Natürlich fanden mehr und mehr Freunde von Jennifer und Ben Gefallen an ihren umfangreichen Auswertungen und wollten diese für ihre eigenen Kinder ebenfalls nutzen. Ben stellte ihnen daraufhin ein Skript zur Verfügung, mit denen sie die Daten ihrer Kinder ebenfalls erfassen konnten.
So entstand im Laufe der Zeit eine umfangreiche Datensammlung mit den genauen Werten hunderter Kinder, so dass nun jeder einzelne die eigenen Daten mit den Zahlen anderer Eltern vergleichen konnte. Die resultierenden Auswertungen erreichten so eine ganz neue Qualität.
Nach knapp zwei Jahren stetiger Entwicklungsarbeit steht der Trixie Tracker nun allen Eltern zur Verfügung. Ben hat eine umfassende Website entwickelt, auf der man alle Daten des eigenen Kindes jederzeit rund um die Uhr erfassen kann. Die Bedienung ist kinderleicht, da kein Programm auf dem eigenen Rechner installiert werden muss.
Jeder kann den Trixie Tracker zwei Wochen lang kostenlos ausprobieren. Anschließend wird eine Registrierungsgebühr von 8,- US$ pro Monat fällig. Alternativ kann man für sechs Monate 39,- US$ und für einen einjährigen Zugang 59,- US$ bezahlen (Stand: März 2006).
Alle erfassten Daten bleiben am Ende des Abozeitraums erhalten. Damit kann man bei einem zweiten oder dritten Kind später einmal die Daten der Kinder miteinander vergleichen.
Eltern mit einem gewissen Hang zur Statistik wird der Trixie Tracker mit Sicherheit überzeugen. Die Applikation ist leicht zu bedienen und die erstellten Grafiken sind sehr aufschlussreich. Die Benutzeroberfläche steht zwar nur in englischer Sprache zur Verfügung, aber die Anwendung ist nahezu selbsterklärend.
Andere Eltern werden mit diesem Service überhaupt nichts anfangen können und über die besessene Datenerfassung nur verwundert den Kopf schütteln.
Die Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Auch hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er den Trixie Tracker tatsächlich braucht.
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