gDiapers - Windeln für die Toilette
Markus Niesen | 14. Mär 2006 | Baby Kleidung
In Europa müssen sich Eltern bei den Windeln entscheiden: entweder für die bequeme Methode mit den Wegwerfwindeln oder die Variante mit den Stoffwindeln, die regelmässig gewaschen werden müssen. Alternativ kann man sein Baby nur noch dahingehend erziehen, dass man ganz ohne Windeln auskommt.
In Amerika hat das findige Ehepaar Jason und Kim Graham-Nye eine dritte Windelvariante entwickelt: nachdem sie herausgefunden hatten, dass Wegwerfwindeln den drittgrößten Anteil an den Müllkippen dieser Welt haben, aber dieser Müll nur von fünf Prozent der Bevölkerung produziert wird und dass eine einzige Wegwerfwindel bis zu 500 Jahre benötigt, um zu verrotten, mussten die beiden handeln:
Sie entwarfen ein Windelhöschen in attraktiven Farben, in das innen ein saugfähiges Vlies eingesetzt wird, welches immer ausgetauscht wird.
Der Clou dabei ist, dass das Innenteil nicht in den Hausmüll wandert, sondern in die Toilette. Man trennt die schützende Innenhülle vom saugfähigen Kern, wirft diesen in die Schüssel, rührt mit einem Stab einmal um und schmeisst anschließend die Hülle hinterher. Mit einem Spülvorgang entsorgt man somit den kompletten Windelinhalt.
Wenn das Baby nur ein kleines Geschäft verrichtet hat, dann kann man den saugfähigen Kern auch auf den Komposthaufen werfen. Er wird in 50 bis 150 Tagen vollständig zersetzt und dient später zur Düngung der Pflanzen (Harn!).
Um diese revolutionäre Idee den Eltern zu verkaufen, haben Jason und Kim eine tolle Website entwickelt: ein Video zeigt die einzelnen Schritte der Entsorgung im Detail und daher ist diese amerikanische Website selbst für Eltern interessant, die kein Englisch sprechen.
Interessant ist auch das Abokonzept der Website: man bestellt ein oder zwei Startersets mit den Windelhöschen und erhält dann automatisch nach und nach die spülbaren Innenteile nach Hause geschickt.
Mit den Startersets erhalten alle Kunden Zugang zu einem geschützten Bereich der Website, in dem sie sich austauschen können. So entstand eine Gemeinschaft begeisterter Eltern, die alle das Gefühl haben, etwas Sinnvolles für ihre Umwelt zu tun.
Sie erwähnen die vielen Vorteile dieses Systems in Gesprächen mit ihren Freunden und Bekannten und nach und nach werden mehr Interessenten vom "Windelfieber" angesteckt.
Diese "Windeln für die Toilette" werden mit Sicherheit das nächste große Ding!
Daher jetzt schon einmal anschauen auf gdiapers.com.
Top-Tipp: Limango - Einkaufsgemeinschaft für junge Familien!
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1 Kommentar
Die Erfahrungen über die Jahre haben zu waschbaren Windelsystemen geführt, weil nur diese wirklich umweltfreundlich sind. Leider haben diese sich nicht grundsätzlich durchsetzen können, da immernoch und auch wieder hier in diesem Beispiel nur die Bequemlichkeit zählt und nicht wirklich der Umweltschutz!!!
Die im Video gezeigte Entsorgung über die Toilette dürfte für viele deutsche Haushalte ein Problem darstellen. Das sehr stabile Vlies zersetzt sich nämlich NICHT so einfach und kann leicht zu Verstopfungen führen. (Pumpen, Filter, Hebeanlagen etc.) Damenbinden sollen ja aus diesem Grund auch nicht in die Toilette! Ob der zusätzliche Wasserverbrauch durch die Spülung wirklich umweltfreundlicher ist?...
Die Entsorgung im Biomüll wäre zwar denkbar, aber wer hat noch einen eigenen Kompost im Garten, der auch die nötigen Temperaturen
für eine echte Kompostierung bringt? Und wer produziert genug Biomüll um die durchschnittlich 5 Windeln am Tag mit untermischen zu können? Auf den öffentlichen Kompost dürfen die Windeln aufgrund strenger Hygienebestimmungen nicht entsorgt werden.
Mit komplett waschbaren Windeln fährt man da wesentlich besser und vor allem preisgünstiger und wirklich umweltfreundlicher!
Kostenvergleich: http://www.baby-zeit.de/kostenbilanz_wickeln.php
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