Starker Rückgang der Geburtenzahlen
Markus Niesen | 15. Mär 2006 | Sonstiges
Die Nachricht stand gestern in der Tageszeitung "Die WELT" und sie wurde innerhalb weniger Stunden in nahezu alle Online- und Offline-Magazine übernommen:
Die Zahl der Geburten hat in Deutschland im Jahre 2005 drastisch abgenommen. Das Statistische Bundesamt wird zwar erst im dritten Quartal diesen Jahres die genaue Zahl veröffentlichen, aber im Rahmen einer Prognose geht man für das Jahr 2005 von weniger als 676.000 Neugeborenen aus.
Dies entspricht einem Rückgang von gut 4,2 Prozent gegenüber dem ohnehin schon schwachen Jahr 2004, in dem noch knapp 706.000 Kinder geboren wurden. Das Minus von über 4 Prozent stellt den gewaltigsten Einbruch innerhalb der letzten 15 Jahre dar.
Gleichzeitig wurde ein historischer Tiefstand erreicht: in den letzten 60 Jahren wurden noch nie so wenig Kinder in einem Jahr geboren wie 2005. Selbst in den schwierigen Nachkriegsjahren kamen mehr Babys auf die Welt als heutzutage.
Bei nur 8,5 Geburten je 1000 Einwohner weist Deutschland mittlerweile die niedrigste Geburtenziffer der gesamten EU auf. In Ländern wie Frankreich (12,7) und Großbritannien (12,0) liegt diese Kennziffer jeweils um etwa die Hälfte höher.
Aber auch wenn sich nun wieder in den nächsten Tagen viele Politiker mit neuen Ideen zur Steigerung der Geburtenzahl zu Wort melden werden ... die Zahlen kommen keineswegs überraschend. Denn die hoffnungslose Überalterung der deutschen Gesellschaft ist schon bereits seit Jahren abzusehen:
Die Frauen aus den geburtenstarken Jahrgängen des letzten Jahrhunderts sind mittlerweile 35 bis 45 Jahre alt und für viele von ihnen spielt eine solide Familienplanung absolut keine Rolle in ihrem Leben. Daher werden die Zahlen in den folgenden Jahren auch noch weiter sinken, ganz gleich, was unsere Politiker irgendwann einmal beschließen mögen.
Die typischen Baby-Blog Leser/-innen können sich an dieser Stelle anerkennend auf die Schulter klopfen, denn sie haben wie meine Frau und ich in schwierigen Zeiten Kinder auf die Welt gebracht. Unsere Kinder werden tendenziell bestens ausgebildet sein und nur wenig mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben. Dafür werden sie mit einer hohen finanziellen Belastung zu kämpfen haben, um uns und die vielen anderen Senioren ohne eigene Kinder ab dem Jahre 2030 einigermaßen versorgen zu können.
"Wenn das Volk schrumpft", ein ausgezeichneter Artikel auf welt.de. Die beiden begleitenden Artikel zum Thema (Links jeweils am Ende der Seite) sind weniger interessant.
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