Welt-Down-Syndrom-Tag
Markus Niesen | 21. Mär 2006 | Gesundheit
Wenn bei einem Menschen das 21. Chromosom drei Mal anstatt wie sonst üblich nur zwei Mal im Erbgut vorkommt, dann liegt eine geistige Behinderung vor: das Down-Syndrom.
Daher wurde der heutige Tag (21.3) von der Europäischen Down-Syndrom Association (EDSA) und der Down-Syndrom International (DSI) als Welttag ausgewählt. Der erste Welt-Down-Syndrom-Tag ist allerdings kein Anlass zum Feiern, sondern ein Tag, um nachdenklich inne zu halten und an die außergewöhnlichen Menschen, die mit dieser Behinderung leben, zu denken.
Denn das Down-Syndrom ist eines der verbreitetsten angeborenen Syndrome:
- Menschen mit Down-Syndrom gibt es überall auf der Welt.
- Das Down-Syndrom findet man in allen Rassen, allen ethnischen Gruppen und allen Bevölkerungsschichten.
- Etwa alle drei Minuten kommt ein weiteres Baby mit Down-Syndrom zur Welt.
- Insgesamt leben zur Zeit zirka fünf Millionen Menschen mit Down-Syndrom auf der Erde.
- Die Häufigkeit des Auftretens ist weltweit gleich: bei einer von etwa 600 bis 700 Geburten wird das Down-Syndrom diagnostiziert.
- In Deutschland werden jährlich zirka 1.200 Kinder mit Down-Syndrom geboren.
Die liebevollen Menschen mit dem seltsamen, aber enorm bezaubernden Lächeln, werden jedoch irgendwann ausgestorben sein: Durch die stetig verbesserte pränatale Vorsorge kann das Down-Syndrom heutzutage mit einer 99,9 prozentigen Sicherheit erkannt werden. Nur 5,5 bis 10 Prozent aller Mütter weltweit entschließen sich nach der Diagnose "Down-Syndrom" das Kind auch tatsächlich auszutragen.
Fast immer drängen die behandelnden Ärzte auf eine Abtreibung und vermitteln den angehenden Eltern nur die Belastung, nicht aber die Lebensperspektive dieser Kinder.
Doch Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt gebracht haben, sprechen nach einer turbulenten Zeit mit vielen Fragen, Sorgen und Nöten, in der Regel nur noch von der ungemein ausgefüllten Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen dürfen. Sie wachsen an ihrer Aufgabe mit einem behinderten Kind zu leben und würden mit niemandem tauschen wollen.
Das Internet bietet hervorragende Informationen zum Down-Syndrom. Betroffene Eltern finden leicht Antworten auf alle ihre Fragen und die nächste Selbsthilfegruppe ist normalerweise nur ein paar Kilometer entfernt.
Eine Suche nach "Down-Syndrom" in einer beliebigen Suchmaschine bringt zuverlässig die besten Links zu Tage. In diesem Umfeld gibt es zum Glück noch keine Spammer, die mit unseriösen Optimierungen die wirklich guten Websites von den Top-Positionen verdrängen.
Daher als Einstieg in das Thema hier nur die zunächst etwas technisch anmutende Beschreibung des Down-Syndroms in der Wikipedia, die aber am Ende des Artikels mit vielen weiterführenden Links zu den etwas sensibler mit dem Down-Syndrom umgehenden Websites auftrumpfen kann.
Auch wenn der Welt-Down-Syndrom-Tag mal wieder einer dieser Welttage ist, die eher dürftig propagiert werden und über die man nur etwas in nachrangigen Informationsquellen erfährt:
Ein solcher Tag ist enorm wichtig, damit Menschen, die mit dieser Behinderung leben, nicht - wie in vielen Ländern üblich - weiterhin unter Verschluss gehalten werden. Bis zur vollständigen Integration von Menschen mit Down-Syndrom in unsere Gesellschaft ist es nämlich noch ein weiter Weg.
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2 Kommentare
viele Gruesse
Frater Aloisius
habe zum Thema Down-Syndrom und Kunst etwas interessantes gefunden:
In Frankfurt in der Schirn gibt es z. Z. eine Ausstellung "Weltenwandler" die sehr sehenswert ist. Die Werke wurden unter anderem von Künstlern mit Down-Syndrom kreiert.
Bye, Nici
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