Adoptionsbetrug - Illegaler Baby-Handel?
Markus Niesen | 6. Jul 2006 | Sonstiges
Wenn es mit dem eigenen Nachwuchs nicht klappen will und auch die moderne Reproduktionsmedizin Paaren keine eigenen Kinder bescheren kann, dann bleibt nur noch eine Adoption als letzter Strohhalm für den Kinderwunsch.
Doch in Deutschland kommen auf jedes zur Adoption freigegebene Kind insgesamt 14 Paare, die es adoptieren möchten. So bleibt in vielen Fällen nur noch die Adoption eines ausländischen Kindes als allerletzte Alternative.
Die Adoption eines ausländischen Kindes ist jedoch ein zeitaufwändiger und kostenintensiver Prozess: Denn die Behörden wollen nicht nur die Fähigkeit der angehenden Eltern überprüfen ein Kind zu erziehen, sondern sie wollen zudem auch sicherstellen, dass kein illegaler Handel mit Kindern betrieben wird.
So beauftragen viele Paare eine Adoptionsvermittlung damit, ein geeignetes Kind auszuwählen und die notwendigen Formalitäten einzuleiten.
Eine solche Agentur ist jetzt in die Kritik geraten: Der Adoptionsvermittlung International Child's Care Organization (ICCO) wird Untreue und Kinderhandel vorgeworfen - Babys sollen "wie Katalogware" angeboten worden sein.
Die Gemeinsame Zentrale Adoptionsstelle der norddeutschen Länder (GZA) hat dem gemeinnützigen Verein, der seit seiner Gründung im Jahre 1997 mehr als 1.000 Kindern aus der dritten Welt zu neuen verholfen hat, jetzt die Zulassung entzogen.
Es stehen viele Vorwürfe im Raum: die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt nicht nur wegen des Verdachts auf Untreue gegen ICCO, sondern auch wegen Kindeshandels.
Eine gute Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse rund um ICCO liefert ein Artikel auf stern.de. Da ICCO u.a. aber ein Büro in der Hamburger Innenstadt unterhält, ist die Berichterstattung des Hamburger Abendblattes federführend. Unter abendblatt.de wurde in den letzen Tagen bereits mehrfach über ICCO berichtet.
Der Verein selbst hat auf seiner Website eine Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht. Auf der aktuellen ICCO-Homepage befindet sich auch ein ellenlanger Bericht der ehemaligen Vereinsvorsitzenden Eva M. Hofner zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen.
Baby-Blog wird die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft verfolgen und von Zeit zu Zeit noch einmal über den möglicherweise illegalen Baby-Handel berichten.
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