babytalk-Titelbild spaltet die Nation
Markus Niesen | 1. Aug 2006 | Sonstiges
Das amerikanische Eltern-Magazin "babytalk" hat mit dem Titelbild seiner August-Ausgabe einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Passend zum Titelthema "Warum Frauen nicht länger stillen" hat babytalk auf dem Titel ein saugendes Baby an einer weiblichen Brust abgebildet.
In einer schnell durchgeführten Umfrage unter mehr als 4.000 babytalk-Leser/-innen bezeichneten immerhin mehr als ein Viertel der Abonnenten dieses Bild als "unangemessen".
Die Redaktion und der Verlag erhielten insgesamt mehr als 700 Zuschriften von besorgten Eltern, die sich über das Titelbild beschweren:
Empörte Eltern berichten etwa, dass sie das "anstößige" Heft vor älteren Geschwistern ihres Babys verstecken mussten.
Eine besorgte Mutter jagte das Titelbild sogar durch ihren Shredder. Sie erläuterte dazu, dass "eine Brust eine Brust ist und damit etwas Sexuelles".
So löst das berüchtigte babytalk-Titelbild auch wieder die Diskussion über das Stillen in der Öffentlichkeit aus, welches in Amerika ein großes Thema darstellt:
Besorgte amerikanische Mütter versuchen das Stillen im Restaurant, im Café oder auf der Parkbank zu vermeiden, damit nicht ihr Ehemann, ihr Sohn oder ein anderer Mann "zufällig eine weibliche Brust sehen muss, die er gar nicht sehen wollte".
So hat babytalk mit dem viel diskutierten Titelbild einen landesweiten PR-Coup gelandet. Das kostenlos an Eltern verschickte Heft ist plötzlich in aller Munde. Sogar CNN hat sich zu einer Berichterstattung hinreißen lassen.
Morgen auf dem Baby-Blog:
- Ein Kurzinterview mit ELTERN-Chefredakteurin Marie-Luise Lewicki zu dem umstrittenen Titelbild.
- Ein paar Aussagen von Leben&erziehen-Chefredakteurin Marilis Kurz-Lunkenbein zu "unangebrachten" Titelbildern.
Top-Tipp: Limango - Einkaufsgemeinschaft für junge Familien!
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4 Kommentare
ich finde es schlimm, dass etwas so natürliches wie Stillen nur zu einer "sexuellen Handlung" gemacht wird weil eine Brust zu sehen ist.
Ich hoffe, dass meine (potentiellen) Kinder noch in Welt groß werden dürfen, wo sie noch gesäugt werden dürfen.
LG Stulle
Also ich bin auch eine stillende Mutter und ich bin froh, dass sie die Situation in Deutschland in den letzten Jahren deutlich entschärft hat. Ich persönlich stillen überall (wenn es nötig ist), dabei spielt es keine Rolle ob im Park, in einem Restaurant oder im Auto auf dem Parkplatz. Mal ganz abgesehen davon, dass beim Stillvorgang das Baby die Brust ja sowieso verdeckt.
Derartige Empörungen kann ich absolut nicht nachvollziehen.
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