Marilis Kurz-Lunkenbein zum babytalk-Titelbild
Markus Niesen | 2. Aug 2006 | Sonstiges
Die Ausgabe 08/2006 des amerikanischen Eltern-Magazins babytalk sorgte in den USA mit einem von vielen Lesern als anstößig empfundenen Titelbild für großes Aufsehen: babytalk-Titelbild spaltet die Nation.
Ich habe Marilis Kurz-Lunkenbein, die Chefredakteurin des Leben&erziehen-Magazins per E-Mail um eine Stellungnahme zu dem umstrittenen Titelbild gebeten.
Hier ist ihre Aussage (Veröffentlichung erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung von Frau Kurz-Lunkenbein!):
Hallo Herr Niesen,
herzlich habe ich mich über unsere amerikanischen Kollegen, bzw. Mitbürger/innen amüsiert. Was - bitteschön - ist an diesem Titelbild unangemessen oder "inappropriate"? Eine Mutterbrust und ein vertrauensvoll zu ihr aufblickendes propperes Baby? Wie verklemmt müssen eigentlich Menschen sein, die eine Mutterbrust als sexuell anstößig empfinden?
Ob dieses Foto eine Chance hätte, auf unserer Elternzeitschrift Leben&erziehen zu erscheinen?
Das glaube ich eher nicht, weil es mir dazu zu wenig gefühlig und etwas zu platt ist. Das möchte ich gern an einem ähnlichen Motiv verdeutlichen, das wir vor einigen Jahren sehr erfolgreich und ohne jegliche Beschwerde auf einem unserer Sonderhefte eingesetzt haben. Dieses Motiv strahlt die Wärme und Innigkeit aus, die wir uns in der Redaktion Leben&erziehen für alle unsere Titel wünschen.
Welche Titel bei uns erscheinen, entscheiden wir in einer gemeinsamen Titelkonferenz. Neben technischer Brillanz als Grundvoraussetzung ist mir persönlich die Ausstrahlung des Motivs besonders wichtig. Das Baby sollte die Mutter ansprechen und bei ihr am Kiosk den "Kauf mich-Appeal" hervorrufen. Das gelingt natürlich nicht mit jeder Ausgabe gleich gut und ist auch immer wieder ein Experiment. Auch passt sich der Geschmack der Käuferin dem allgemeinen Zeitgeist und der Mode an. Worauf wir natürlich auch entsprechend reagieren. Da ich seit 12 Jahren für Leben &erziehen verantwortlich bin, kann ich auf entsprechende Erfahrung und ein gewisses Gespür für diese Thematik vertrauen.
Übrigens: Das Wort "inappropriate" hat spätestens mit der Erklärung des Ex-Präsidenten Clinton über sein Verhältnis zu Monica L. einen besonderen Charakter. Und ich glaube wir sind uns einig: Das Verhältnis des Präsidenten zu seiner Praktikantin war tatsächlich "inappropriate", also unangemessen.
Beste Grüße,
Marilis Kurz-Lunkenbein
Für welches Titelbild sich Marilis Kurz-Lunkenbein in diesem Monat entschieden hat, kann man hier sehen.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Frau Kurz-Lunkenbein für ihre schnelle und unkomplizierte Reaktion auf meine Anfrage.
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Das glaube ich eher nicht, weil es mir dazu zu wenig gefühlig und etwas zu platt ist. Das möchte ich gern an einem ähnlichen Motiv verdeutlichen, das wir vor einigen Jahren sehr erfolgreich und ohne jegliche Beschwerde auf einem unserer Sonderhefte eingesetzt haben. Dieses Motiv strahlt die Wärme und Innigkeit aus, die wir uns in der Redaktion Leben&erziehen für alle unsere Titel wünschen.