Amerikanische Stillwerbung
Markus Niesen | 24. Aug 2006 | Gesundheit
Wie macht man amerikanischen Müttern das Stillen schmackhaft? - Das US Dept. of Health and Human Services wusste scheinbar die Antwort:
Man nahm zwei Millionen US-Dollar in die Hand und drehte zwei 30-sekündige Werbespots. Anschließend buchte man landesweit teure Werbeplätze zur besten Sendezeit im Fernsehen und hoffte auf den großen Erfolg.
Doch die Kampagne ging nach hinten los:
Anstatt sich auf die vielen Vorteile des Stillens für die gesundheitliche Entwicklung des Babys zu konzentrieren und diese mit tollen Bildern zu untermalen, konzentrierten sich die Werbespots auf die Risiken, die Mütter eingehen, wenn sie ihre Babys nicht stillen.
Hierzu wählte man zwei völlig absurde Situationen, in denen sich hochschwangere Frauen einem absolut unnötigen Risiko für das noch ungeborene Kind aussetzen.
Die Spots sollten suggerieren, dass Schwangere in der Regel alles dafür tun, ihrem Kind vor der Geburt keinen Schaden zuzufügen. Also sollten sie nach der Geburt eben auch kein Risiko eingehen und ihr Kind deshalb sechs Monate lang voll stillen.
Es kam, was kommen musste:
Stillgegner oder Mütter, die ihre Babys nicht stillen können, fühlten sich durch die Werbespots persönlich angegriffen.
Stillbefürworter fanden die Videos einfach nur absurd und waren der Meinung, dass diese nicht in einem geeigneten Maß das Stillen fördere.
Aus dem fernen Europa ist es faszinierend zu beobachten, wie die kontroversen Werbespots die amerikanische Nation beim Thema Stillen in zwei große Lager spaltet.
Denn die beiden Spots sagen in keinster Weise, dass Flaschennahrung in den ersten sechs Lebensmonaten des Babys schädlich sein soll. Sie zeigen andrerseits aber auch keine Mutter, die ihre Brust entblößt und über die Muttermilch ihrem Kind die vielen Vorteile des Stillens zukommen lässt.
Damit hat diese Werbekampagne ihr Ziel klar verfehlt.
Dennoch sind die beiden Spots wirklich sehenswert! Man kann sie sich hier und hier anschauen.
Als kleinen Bonus kann man sich anschließend noch ansehen, wie diese Spots von Stillgegnern und Stillbefürwortern in einer amerikanischen Fernsehmagazin zerrissen werden.
Eine großartige Verschwendung von Steuergeldern!
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