Baby-Geschrei in der Fußgängerzone
Markus Niesen | 19. Sep 2006 | Sonstiges
Samstagvormittag in der Innenstadt. Ein Kinderwagen steht scheinbar verlassen mitten im Gedränge. Ein Baby schreit unentwegt.
Werden die Passanten eingreifen und nach dem Rechten sehen? - Wird das Baby aus seiner misslichen Lage befreit?
Die Antworten gibt es in der Online-Ausgabe der Westdeutschen Zeitung.
Der Link folgt aber erst nach dem Hinweis, dass es am Ende dieses Artikels noch eine Analyse der Situation auf dem Baby-Blog gibt. Also bitte erst den Beitrag zur Situation in der Krefelder Fussgängerzone lesen und dann hierher zurückkommen!
Hier zunächst der Link zu dieser Geschichte.
Und hier ein paar Aussagen von mir dazu:
So traurig die Ergebnisse dieser Aktion auch sind, ich halte sowohl die Planung als auch die Durchführung für äußerst ungeschickt.
Der Deutsche Kinderschutzbund wollte mit dieser Aktion auf die Vernachlässigung von Kindern in unserer Gesellschaft hinweisen. Diese Vernachlässigung haben aber nur die wenigen Passanten erfahren dürfen, die so mutig waren und tatsächlich auch einmal nach dem Baby im Kinderwagen geschaut haben. Für alle anderen Beteiligten stand nur irgendwo ein lästiger Kinderwagen im Weg. Sie haben von dieser Aktion überhaupt nichts mitbekommen.
Der Kinderschutzbund kommt erst nachträglich mit der Presseberichterstattung über diese Aktion in die Medien. Aber je mehr Leute die veröffentlichten Artikel über die fragwürdige Aktion lesen, desto weniger Passanten werden in Zukunft nach verlassenen Kinderwagen schauen: Wenn nämlich jetzt irgendwo ein Kinderwagen in der Fußgängerzone verlassen herumsteht, dann werden alle sofort an eine "versteckte Kamera" oder an die Aktion vom Kinderschutzbund denken und einfach weitergehen.
Die Aktion des Kinderschutzbundes hat damit ihre gesteckten Ziele klar verfehlt!
Was wollte man mit einem solchen Test denn wirklich beweisen? Dass ein Kinderwagen mit Babygeschrei in der Fußgängerzone nur wenig Aufmerksamkeit erregt, ist wohl jedem intuitiv sofort klar. Hierfür muss man nicht erst einige Kinderwagen präparieren und ein aufwändiges (und noch nicht einmal wissenschaftliches!) Experiment starten.
Das Fazit dieser Aktion macht zwar nach wie vor noch sehr betroffen, aber hier wurde meines Erachtens ein ungesunder Aktionismus betrieben, nur um sich irgendwie mal wieder in die Presse zu mogeln.
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