Hirntote Frau bringt Baby zur Welt
Markus Niesen | 29. Sep 2006 | Geburt
In Amerika ist eine hirntote Mutter zwei Monate nach ihrem Tod von einem Baby entbunden worden. Die schwangere Frau war von den Ärzten an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen wurden, um das Leben des Mädchens in ihrem Bauch zu erhalten. Einen Tag nach der Geburt liess ihr Ehemann die Maschinen abstellen.
Es gab weltweit bisher wohl nicht viel mehr als ein Dutzend Fälle, in denen eine hirntote, schwangere Frau künstlich am Leben erhalten wurde. Im Juni 2006 wurde ein Fall aus Mailand bekannt, der genauso viele kontroverse Diskussionen auslöste wie die Entbindung einer hirntoten Frau aus Washington im August 2005.
Während in Amerika eher die exorbitanten Behandlungskosten in Höhe von mehr als einer Million US-Dollar für Gesprächsstoff sorgten, hatte man in Italien eher ethische Bedenken.
In Deutschland wurde bereits im Jahre 1992 ein ähnlich gelagerter Fall kontrovers diskutiert. Auch hier wurde eine hirntote Schwangere künstlich am Leben erhalten, um ihr Kind auszutragen. Das Kind, welches als Erlanger Baby in die Geschichte eingehen sollte, starb jedoch im Rahmen einer Fehlgeburt.
Ein guter Wikipedia-Artikel zum Thema Hirntod versucht neben den medizinischen Grundlagen auch die ethischen Bedenken gegen die künstliche Verlängerung der Schwangerschaft zu erklären.
Persönlich kann ich sowohl die Gedankengänge der Befürworter als auch die der Kritiker einer solchen lebenserhaltenden Maßnahme sehr gut nachvollziehen. Ich würde mich allerdings - wie auch in allen obigen Fällen von der Mutter so gewünscht - immer für das Baby entscheiden.
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