Neue Erkenntnisse zum plötzlichen Kindstod
Markus Niesen | 2. Nov 2006 | Gesundheit | 3 Feedbacks »
Die Neuropathologin Hannah Kinney vom Children's Hospital Boston und der Neurowis-senschaftler David Paterson von der Harvard Medial School haben jetzt eine konkrete biologische Ursache für den plötzlichen Kindstod gefunden.
Bei Autopsien an den Gehirnen von Babys, die plötzlich gestorben waren, entdeckten sie im Stammhirn der Kinder eine deutlich erhöhte Anzahl von Nervenzellen, die den Botenstoff Serotonin herstellen und freisetzen. Das Serotonin regelt u.a. die Empfindlichkeit gegenüber Kohlendioxid.
Babys, die diese Veränderung im Stammhirn aufweisen, bemerken im Schlaf das Wiedereinatmen verbrauchter Atemluft ("CO2-Rückatmung") nicht. Damit ersticken sie, ohne dass ihr Körper eine Abwehrmaßnahme (etwa das Drehen des Kopfes und die Beschleunigung der Atmung sobald wieder Frischluft zur Verfügung steht) einleiten würde.
Nach den Ursachen für den plötzlichen Kindstod wurde schon lange gesucht und auch eine genetische Vorbelastung wurde bereits seit einiger Zeit vermutet. Da die Ursache aber bislang noch nicht ausreichend erforscht war, konnte man bisher nur an den Risikofaktoren arbeiten, um den plötzlichen Kindstod zu vermeiden.
So gab es für Eltern nur mehr oder weniger sinnvolle Empfehlungen, die durch die Ausschaltung der bekannten Risikofaktoren den plötzlichen Kindstod vermeiden sollten.
Die neuen Erkenntnisse zum plötzlichen Kindstod widersprechen aber ganz eindeutig den Aussagen, die auf Websites wie ploetzlicher-kindstod.org gemacht werden.
Hier werden als Ursache für den plötzlichen Kindstod die giftigen Gase angegeben, "die aus der Baby-Matratze aufsteigen und die Herztätigkeit und Atmung des Babys lähmen". Natürlich wird auch diese Theorie gleich durch entsprechende Fachartikel belegt.
Die Website ploetzlicher-kindstod.org verkauft dann auch gleich eine "besondere Matratzenhülle aus Polyethylen (BabeSafe)", die verhindern soll, dass Feuchtigkeit, die das Wachstum der Pilze fördert, in die Matratze eindringt als auch, dass eventuell entstehende Gase aus der Matratze zum Baby aufsteigen können.
Auch die besondere Struktur der Wabenzellen der StimuLITE® Babymatratze, welche unter wabenmatratze.de vertrieben wird, soll bei der Reduzierung der Risikofaktoren des plötzlichen Kindstodes behilflich sein. Eine Studie des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin der TU Dresden bescheinigt dieser Matratze eine 92-prozentige CO2-Durchlässigkeit: "eine mögliche CO2-Rückatmung kann somit verringert werden".
Letztendlich werde ich aber bei diesen beiden Angeboten das Gefühl nicht los, dass hier nur mit der Angst der Eltern Geld verdient werden soll.
Zum Abschluss daher ein Link auf einen bereits vier Jahre alten Text auf gesundheitpro.de, der - obwohl er seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde - die vermeintlich besten Informationen zum plötzlichen Kindstod liefert.
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Näheres unter:
www.gfg-bv.de
Liebe Grüße
Christina Zimmermann
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