Nabelschnurblut heilt erstmalig Leukämie
Markus Niesen | 8. Jan 2007 | Gesundheit
Die wichtigste Nachricht der vergangenen zwei Wochen waren nicht die Babys, die kurz vor oder kurz nach dem Jahreswechsel geboren wurden und deren Eltern daher zukünftig entweder das alte Erziehungsgeld oder das neue Elterngeld beziehen, sondern die kleine, unscheinbare Meldung aus dem US-Bundesstaat Illinois, in der berichtet wurde, dass zum ersten Mal Stammzellen aus Nabelschnurblut im Rahmen einer erfolgreichen Eigenspende einem kleinen Mädchen geholfen haben, seine Leukämie zu überwinden.
Das Kind war im Alter von drei Jahren an Leukämie erkrankt. Trotz Chemotherapie kam der Krebs zurück und breitete sich in Gehirn und Rückenmark aus.
Die behandelnden Ärzte entschlossen sich zu einer weiteren Chemotherapie-Behandlung und verabreichten dem Mädchen anschließend Stammzellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut.
Mittlerweile sind 20 Monate vergangen und das Kind ist nach wie vor gesund.
Natürlich wird dieser Erfolg von den Nabelschnurblutbanken entsprechend gefeiert.
Die Meldung auf spiegel.de setzt sich aber nach wie vor kritisch mit der Einlagerung von Nabelschnurblut auseinander:
Mittlerweile haben weltweit rund 1,3 Millionen Eltern die Zellen ihrer Kinder für die Eigennutzung einfrieren lassen, transplantiert wurde das Blut aber nur in etwa 15 Fällen. Das Geschäft mit der Nabelschnur und der Vorsorgebereitschaft - wenn nicht gar der Angst - der Eltern floriert.
Auch wenn wir mit Sicherheit in den nächsten Jahren weitere Erfolgsmeldungen rund ums Nabelschnurblut hören werden ... letztendlich muss jedes angehende Elternpaar nach wie vor selbst entscheiden, ob es die hohen Kosten der Einlagerung des Nabelschnurbluts als eine Versicherung für das spätere Leben des Kindes aufbringen will oder nicht.
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