KISS-Syndrom
Sabine Niesen | 10. Jan 2007 | Gesundheit | 3 Feedbacks »
Beim KISS-Syndrom handelt es sich um eine "Kopfgelenk-Induzierte-Symmetrie-Störung" (englisch "kinematic imbalances due to suboccipital strain") oder etwas klarer ausgedrückt um eine Fehlstellung im Bereich der oberen Halswirbelsäule.
Wie erkennt man das KISS-Syndrom? - Als Hauptauffälligkeiten gelten:
- Schreikind (oft mit 3-Monats-Koliken verwechselt)
- Schiefhaltung des Kopfes
- Durchbiegung der Wirbelsäule
- Asymmetrische Gesichts- bzw. Schädelform
- Fehlstellung der Füße
- Schlafstörungen
- Einseitige Stillposition
Als mögliche Ursachen für Kinder mit KISS-Syndrom können Risikofaktoren während der Schwangerschaft, aber auch Ereignisse während oder nach der Geburt eine Rolle spielen:
Das KISS-Syndrom wurde unter anderem bei Auffälligkeiten während der Schwangerschaft wie etwa Zwangslagen, Beckenendlagen, aber auch Raumnot infolge Mehrlingsschwangerschaften festgestellt.
Während der Geburt gilt das Drücken auf den Bauch unter Anwendung des "Kristeller'schen Handgriffs" (wehensynchrones Drücken - gelegentlich auch mit den Fäusten - auf den Bauch) als Hauptrisikofaktor, welcher das KISS-Syndrom verursachen kann.
Aber auch Geburten mit Hilfe einer Saugglocke oder Zange und der Kaiserschnitt können Belastungen für die Halswirbelsäule darstellen und damit das KISS-Syndrom verursachen.
Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Leider vermutet man, dass heute nur jeder zweite Kinderarzt das KISS-Syndrom überhaupt erkennt, daher gilt es, bei eigenem Verdacht auf KISS-Syndrom hartnäckig zu sein und sich nicht mit Beruhigungen wie "das wächst sich schon noch heraus ..." abspeisen zu lassen.
Es gibt einige Spezialisten, die die oberen Halswirbel mit zwei unterschiedlichen Methoden einrenken können.
Meistens genügt dabei schon eine einzige Sitzung, um dauerhafte Erfolge zu erzielen. Man spricht dabei von einem "hole in one", einem Begriff, der aus dem Golfsport stammt und bedeutet, dass man mit einem einzigen Schlag eingelocht hat. Der Manualmediziner versucht also bei der Behandlung des KISS-Syndroms bereits mit einem einzigen Impuls eine Richtigstellung zu erreichen.
Statistiken zeigen, dass bei rund 80 Prozent aller Säuglinge mit KISS-Syndrom eine einmalige Behandlung bereits ausreichend war und die Babys und Kleinkinder anschließend weitgehend symptom- und schmerzfrei sind.
Nach der eigentlichen Behandlung des KISS-Syndroms folgt immer eine Beobachtungszeit von etwa 4 Wochen. Danach wird Ergotherapie, Krankengymnastik und Psychomotorik empfohlen.
Weitere Kontrolluntersuchungen sind zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr und vor der Einschulung sinnvoll.
Mittlerweile gibt es im Netz zahlreiche Websites, auf denen man sich über das KISS-Syndrom informieren kann. Sehr empfehlenswert sind kiss-kid.de und kiss-baby.de.
Eltern, deren Baby vom KISS-Syndrom betroffen ist, sollten sich allerdings darauf einstellen, die Kosten der Behandlung selbst zu übernehmen. Die Krankenkassen weigern sich in der Regel, diese Kosten zu übernehmen, weil die klassische Medizin einen Zusammenhang zwischen verschobenen Wirbelkörpern und der Hyperaktivität eines Kindes nicht anerkennt.
Die schnelle und einfache Beseitigung der Beschwerden spricht allerdings ganz klar für den Gang zum Alternativmediziner. Denn einmal diagnostiziert, muss unter dem KISS-Syndrom wirklich niemand lange leiden.
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3 Kommentare
Leider muß ich immer wieder festellen das die Informationen die hier stehen über all zu finde sind.
Aber nirgendswo ist beschrieben was für folgen die Kinder davon tragen können.
Hier und da mal ADS,Rückenschmerzen,Kopfschmerzen.
Aber nichts weiter.Denke das da noch mehr dahinter steckt.Leider mußte ich von vielen Leuten hören das sie z.b. Ess-Störung, leichte Lehmung von Händen oder Füßen.Wie gesagt es wäre schön wen man mal was darüber erfährt was es für spätfolgen gibt.
Und gerade die Infons sind genauso wichtig.
wurde diese Behandlung ebenfalls vom Kassenkatalog gestrichen.Wird seit neustem aber wieder von den Krankenkassen bezahlt.Meiner Meinung nach,haben die Kassen festgestellt das die Spätfolgenfinanzierung erhäblich höher ausfällt als die Vorsorge.
Dies wird früher oder später auch beim
Kiss-Syndrom der Fall sein.
Ich persönlich würde mich freuen,wenn mehr Eltern sich gegen die Krankenkassen zu wehr setzen und damit
eine neue Diskusion darüber entfachen.
ich teile die gleiche Meinung wie ihr.
Mein Sohn hat diese Störung, ich war überall um ihn behandeln zu lassen.
Dennoch gibt es Ärzte die meinen es sei nicht "schlimmes" und sich auch nicht die Mühe machen den Patienten aufzuklären, daher kann ich die Haltung der Krankenkassen verstehen.Aber ich denke diese Störung sollte Endlich mal ernst genommen werden...
Muss man immer das schlimmste sehen bis man handelt !
ps: ich würde gerne bei so einer Aktion teilnehmen, um den Kassen deutlich zu zeigen dass es wichtig ist.
Liebe Grüße
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