Stoffwindeln - Für und Wider
Markus Niesen | 23. Jan 2007 | Entwicklung
Sie heißen ImseVimse, Fuzzi Bunz, Tots Bots oder Happy Heiny's. Wem diese lustigen Namen jetzt so gar nichts sagen, der hat wahrscheinlich auch noch nichts von HipHip Baby oder den Swaddlebees gehört. Und er wird auch nicht erklären können, was es mit PoPoLiNi und PoPoLiNo in Deutschland auf sich hat.
Dafür wird derjenige aber bei Pampers, Fixies und Moltex sowie den diversen Handelsmarken der Discounter perfekt mitreden können!
Na, ist der berühmt berüchtigte Groschen schon gefallen? - Ja genau, heute geht es um Windeln. Um Stoffwindeln genauer gesagt. Manche sagen auch etwas schwerfällig "Mehrwegwindeln" dazu.
"Stoffwindeln", denkt man unwillkürlich, "das hört sich so nach 'Öko' an", während sich vor dem geistigen Auge überdimensionierte Kochtöpfe aufbauen, in denen liebenswerte Omas mit noch überdimensionierteren Kochlöffeln die riesige Stoffwindel-Masse auf dem Herd umrühren.
"Die neuen Stoffwindel-Systeme sind doch längst um Klassen besser geworden", sagen hingegen die Befürworter und führen ellenlange Listen mit ganz vielen Vor- und nur wenigen Nachteilen ins Feld.
Natürlich wird von den Befürwortern auch gleich der Taschenrechner gezückt und der vermeintlich hohe Anschaffungspreis der Stoffwindeln mit den immensen Kosten für Tausende Wegwerfwindeln verglichen.
Andere werfen mit der "ökologischen Bilanz" um sich und vergleichen die Umweltverträglichkeit von Stoffwindeln mit der von Einwegwindeln. Nur wenige erwähnen aber, das diese ökologische Bilanz stark von den technischen Details abhängig ist wie z.B. der eigenen Waschmaschine, dem Wasserverbrauch, dem Energieverbrauch, dem Auslastungsgrad und dem verwendeten Waschmittel.
So werden endlose - teils sogar recht witzige - Texte über die Stoffwindeln geschrieben und man scheut sich auch nicht, die potentiellen Kunden im Zweifelsfall einfach zu duzen, um sie auf die eigene Seite zu ziehen. Doch dass saloppe Formulierungen und überflüssige Smilies im Text die Kritiker eher abstoßen denn konvertieren mögen, wird dabei leider vernachlässigt.
Darum werden auch in Zukunft in zahlreichen Eltern-Foren die Vertreter der Stoffwindel-Fraktion auf die Mitglieder der Wegwerfgesellschaft treffen und sich auch weiterhin virtuell die Köpfe einschlagen.
Denn nicht jeder kann die Entscheidung für oder gegen die Stoffwindeln so einfach, so knapp und so prägnant schildern wie es der Journalist Michael Schmidt vor einiger Zeit in seinem Blog "Schwangere Männer" getan hat.
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