Outdoor Teil 1: Grundlegendes und Ausrüstung
Sabine Niesen | 1. Mai 2007 | Sonstiges
Dies ist Teil 1 einer vierteiligen Artikelserie zum Thema Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern. Grundlegende Aussagen zu dieser Serie und eine Übersicht über die einzelnen Artikel befinden sich hier.
Grundsätzlich fragen sich ja viele Eltern, wieviel sie ihren Babys oder Kleinkindern bei ihren Outdoor-Aktivitäten zumuten können. Man kann davon ausgehen: mehr als man denkt.
Dies bewiesen Nicolas Vanier und seine Frau Diane. Bei einer einjährigen Expedition über rund 2000 Kilometer von der kanadischen Provinz British Columbia bis nach Dawson im Yukon hatten sie ihre gerade mal 18 Monate alte Tochter Melanie dabei. Lediglich mit Pferd und Hundeschlitten zog die Famlie bei bis zu minus 40 Grad durch die Wildnis.
Wir wollen natürlich nicht zu einer Expedition durch die Wildnis motivieren, sondern mit diesem Beispiel lediglich zeigen, wieviel möglich ist.
Folgende Punkte erscheinen bei Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern besonders wichtig zu sein:
Zeitplanung
Bei Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern sollte man grundsätzlich wesentlich mehr Zeit einplanen und viele Pausen einlegen, während der sich alle Beteiligten ausruhen können. Erschöpfte Kinder oder Eltern können den Spaß bei Outdoor-Aktivitäten schnell verderben.
Höhengrenzen
Es gilt allgemein eine Höhengrenze von 2.500 Metern für Säuglinge, ab einem Jahr können mit gesunden Kindern Berge in jeder Höhe erklommen werden. Natürlich müssen dabei die allgemeinen höhenmedizinischen Aspekte beachtet werden.
Kindertrage
Beim Kauf der Kindertrage sollte man nicht unbedingt sparen, denn je bequemer und zweckmäßiger die Kindertrage ist, umso entspannter kann man die Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern genießen.
Leider hört man immer wieder von Unfällen, bei welchen Babys oder Kleinkinder aus der Kindertrage herausgefallen sind, weil der Schultergurt nicht angelegt wurde. Daher bitte nie vergessen, den Schultergurt bei der Kindertrage immer anzulegen.
Ski- oder Wanderstöcke sind nicht nur generell eine gute Unterstützung bei Bergwanderungen. Insbesondere wenn man sein Baby oder Kleinkind trägt, geben Ski- bzw. Wanderstöcke sicheren Halt und verhindern, dass man stolpert und mit dem Kind stürzt.
Verpflegung
Mit einem kleinen Gaskocher und einem kleinen Töpfchen kann man bequem die Babynahrung erwärmen. Babys und Kleinkinder benötigen mehr Getränke als unter gewöhnlichen Bedingungen.
Wetterschutz
Speziellen Sonnenschutz für Kinder mit hohem UV Schutz, ein Sonnenhut sowie auch Regenschutz gehören bei allen Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern unbedingt ins Gepäck.
Ebenso sollte ein Lieblingsspielzeug des Kindes im Rucksack nicht fehlen, denn nicht immer können Babys und Kleinkinder die schöne Natur ebenso empfinden, insbesondere, wenn es ihnen langweilig wird oder wenn sie müde werden.
Schlafen
Wer bei seinen Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern an Touren mit Übernachtungen denkt, denkt sicher auch über den Kauf eines Baby-Schlafsacks nach. Hierbei ist es empfehlenswert, vorsichtig mit den Angaben der Komfort-Temperaturen umzugehen. Babys und Kleinkinder haben ein ganz anderes Temperaturempfinden und frieren viel schneller als Erwachsene. Wer nicht in einen speziellen Schlafsack für Babys oder Kleinkinder investieren möchte, kann durchaus auch einen Schlafsack in normaler Erwachsenengröße verwenden und diesen dann am unteren Ende entsprechend der notwendigen Größe zubinden.
Außerdem kommt es darauf an, ob man im Zelt übernachten möchte, oder auf einer Hütte. Bei der Übernachtung im Zelt darf die entsprechende Unterlage natürlich nicht fehlen. Auch hier sollte man gut vergleichen und nicht am falschen Ende sparen, denn letztendlich ist der erholsame Schlaf die wichtigste Voraussetzung dafür, wieviel Freude Erwachsene und Babys oder Kleinkinder an der Wandertour haben.
Erste Hilfe
Bei Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern gehören in die Erste Hilfe Tasche zusätzlich ein Fieberthermometer. Pflaster mit lustigen Motiven können vom ersten Schmerz der Schramme doch manchmal ein wenig ablenken. Praktische Erste Hilfe Sets gibt es bei den verschiedenen Outdoor-Fachhändlern auch im Internet.
Insekten
Ein Moskitonetz schützt vor lästigen Insektenstichen. Haben die Mücken dennoch zugeschlagen, lindern kühlende Gels den lästigen Juckreiz und verhindern, dass die Mückenstiche aufgekratzt werden und Entzündungen entstehen.
Kleidung
Genügend Kleidung zum Wechseln: Durch die Höhen- und damit auch Temperaturschwankungen ist es empfehlenswert, Babys und Kleinkinder bei Wanderungen immer nach dem Zwiebelprinzip an- und auszuziehen und darauf zu achten, dass sie ein anderes Empfinden für Hitze und Kälte haben als Erwachsene. Also immer prüfen, ob das Kind schwitzt oder friert.
Sauberkeit
Neben den Wickelutensilien bitte auch an die Tüte für die vollen Windeln denken, denn die haben ja schließlich in freier Natur nichts zu suchen.
Sicher ist diese Liste noch erweiterbar, wobei man nie den Aspekt des Gewichtes außer Acht lassen sollte. Über weitere Ideen zur Ausrüstung in den Kommentaren würden wir uns sehr freuen.
Morgen berichten wir in unserer Serie über Outdoor-Aktivitäten mit Babys und Kleinkindern über einen erweiterbaren Schlafsack, der sich sowohl für Babys als auch für Kleinkinder eignet.
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