Cytomegalie-Virus
Markus Niesen | 15. Feb 2008 | Gesundheit
Das Deutsche Grüne Kreuz hat mir mit dem Cytomegalie-Virus einen Begriff an den Kopf geworfen, den ich so vorher noch nie gehört hatte. In einer der kostenlosen Apotheken-Zeitungen ("Ratgeber Gesund") fand ich den Tipp an alle Schwangeren "zusätzlich zu den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen per Bluttest ihren Immunstatus bezüglich des Cytomegalie-Virus (CMV) überprüfen zu lassen".
Der relativ knappe Text zitiert Prof. Klaus Friese, den Direktor der Frauenklinik der Universität München, mit den folgenden Worten zum Cytomegalie-Virus:
Eine CMV-Infektion ist zur Zeit die häufigste Ursache von Schädigungen des Kindes während der Schwangerschaft und damit noch vor Röteln und Toxoplasmose zu nennen.
Eine kurze Suche mit einer beliebigen Suchmaschine bringt schnell recht brauchbare Detailinformationen zum Cytomegalie-Virus zum Vorschein: Eine Infektion mit CMV ist nach dem Down-Syndrom wohl die zweithäufigste Ursache geistiger Behinderung bei Neugeborenen in der westlichen Welt.
Beim Cytomegalie-Syndrom der Neugeborenen werden u.a. folgende Schäden genannt:
- Frühgeburt
- Taubheit
- Wachstumsverminderung
- Schäden des Gehirns (Minderentwicklung des Schädels, Gehirnentzündung, Krampfanfälle, geistige Retardierung)
- Lungenentzündung
- Gelbsucht (Ikterus)
- Vergrößerung von Leber und Milz (Hepatosplenomegalie)
- Diffuse Einblutungen in Haut und Organe
Diese Liste sowie viele weitere gute Hinweise zum Cytomegalie-Virus fand ich beim Koblenzer Apotheker Dr. Bernhard Peter, der es problemlos schafft, den komplizierten medizinischen Hintergrund mit leicht verständlichen Worten dem Laien näher zu bringen.
Auch die Wikipedia bietet brauchbare Informationen zum Cytomegalie-Virus und den Cytomegalie-Infektionen während der Schwangerschaft.
Ich will hier jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, denn die Anzahl der tatsächlich am Cytomegalie-Syndrom sterbenden Neugeborenen ist mit jährlich etwa 60 Kindern immer noch gering.
Aber vielleicht trägt gerade dieser Text dazu bei, dass Schwangere das Thema "Cytomegalie-Virus" im Hinterkopf behalten und vielleicht auch einmal bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung mit dem Arzt ihrer Wahl besprechen.
Update (07.04.08):
Sehr informativ ist auch die Website der ICON, der Initiative zur Prävention Kongenitaler Cytomegalieinfektionen.
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3 Kommentare
Dieser Test wird meines Wissens mittlerweile teilweise von den Aufsichtsbehörden der Kitas gefordert.
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