Kinderschuhe und Baby Schuhe - Die richtige Größe
Markus Niesen | 21. Jan 2009 | Gesundheit
Schuhe sollen die Füße vor Verletzungen, Nässe und Kälte schützen. Ein Baby braucht daher noch keine Schuhe. So können die kleinen Laufanfänger zu Hause getrost auch barfuß laufen.
Der erste Schuh wird erst dann benötigt, wenn das Kind zum ersten Mal im Freien laufen und spielen soll.
Mit dem ersten Kinderschuh beginnt jedoch ein Zyklus, der sich mindestens über die nächsten 15 Lebensjahre des Kindes fortsetzen wird: da die Füße ständig wachsen (im Alter von 3-6 Jahren gibt es einen durchschnittlichen Größenzuwachs von 1 mm pro Monat), müssen alle paar Monate neue Schuhe angeschafft werden.
Da Kleinkinder die richtige Größe ihrer Schuhe nicht selbst einschätzen können, sind Schuhverkäufer(-innen) und Eltern gefragt, wenn es darum geht, passende Schuhe für die Kleinen zu erwerben. Hierzu stehen den Schuhfachgeschäften verschiedene Messmethoden zur Verfügung, um die Fusslänge des Kindes und die sich daraus ergebende passende Schuhgröße zu ermitteln.
Dummerweise stimmen in vielen Fällen die vom Hersteller angegebenen Schuhgrößen in vielen Fällen aber nicht mit der tatsächlichen Innenlänge des Kinderschuhs überein. Beim obligatorischen Drucktest mit dem Daumen ziehen die Kleinen dann oft auch noch reflexartig die Zehen ein, so dass viele Kinder mit zu kleinen Schuhen durch die Gegend laufen:
- Aktuelle Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Kinder in
viel zu kurzen Schuhen steckt. - Kinderfüße werden durch zu kurze Schuhe geschädigt.
- Zu kurze Schuhe können auch weitere Schäden (Knie, Hüfte und Wirbelsäule) verursachen und sich negativ auf die Bewegungsfreude auswirken.
Kinderfüße sind sehr weich und können daher leicht durch zu kurze Kinderschuhe gestaucht und verformt werden. So zeigen viele Kinderfüße bereits in jungen Jahren eine deutliche Schrägstellung der großen Zehe.
Damit Kinderschuhe richtig passen, gelten die folgenden Aussagen zur Bestimmung der richtigen Größe:
- Füße sind ziemlich launische Gesellen: Meistens sind der rechte und linke Fuß verschieden lang, am Morgen sind sie kürzer und schmäler als am Abend und im Stehen sind sie dann wieder länger als im Sitzen und Liegen. In Bewegung haben Füße besonders viel Platzbedarf: Bei jedem Schritt schieben sich die Zehen weit nach vorne.
- Damit sich Kinderfüße auch in Schuhen wohlfühlen, benötigen sie im Zehenbereich mindestens 12 mm Spielraum. Neue Schuhe dürfen bis zu 17 mm Spielraum haben. Das hat den Vorteil, dass sie dann einige Monate passen.
- Kinderschuhe sollten möglichst weich und beweglich sein.
Um nun den passenden Kinderschuh zu erhalten, kann man sich selbst eine Schablone basteln und diese in den gewünschten Schuh legen: Hierzu stellt man den Fuß des Kindes auf einen Karton und zeichnet den Fußumriss nach. An der längsten Zehe fügt man dann mindestens 12 mm (für neue Schuhe 17 mm) hinzu. Damit die Schablone besser in den Schuh passt, schneidet man nicht den ganzen Fußumriss aus, sondern nur einen 2 cm breiten Streifen an der längsten Stelle. Wenn dieser Streifen glatt in den gewählten Schuh passt, dann ist der Kinderschuh lang genug und passt. Sollte sich der Streifen im Schuh allerdings nach oben biegen, dann ist der Schuh zu kurz.
Alle vier bis fünf Monate muss man sich dann eine neue Schablone basteln und den Vorgang mit den aktuell getragenen und den eventuell neu zu kaufenden Kinderschuhen wiederholen.
Einfacher geht es jedoch mit dem äußerst praktischen Kinderfußmessgerät plus12, welches man nur einmalig zum Preis von rund 10,- Euro zzgl. Versandkosten erwerben muss und welches man dann immer wieder verwenden kann:

Mit dem Gerät ermittelt man zunächst die Fußlänge des Kindes. Bei diesem Messvorgang werden automatisch die zusätzlichen 12 Millimeter für den Platz vorne im Schuh berücksichtigt und auf den Messwert addiert. Anschließend kann man mit dem plus12 auch direkt die Innenlänge des Schuhs messen und somit gleich überprüfen, ob die vom Hersteller angegebene Schuhgröße auch tatsächlich stimmt. Der unzuverlässige Daumendrucktest kann somit beim Schuhkauf entfallen.
Das Fußmessgerät plus12 ist das erste schuhgrößen- und markenunabhängige Messgerät für Kinderfüße und somit der ideale Begleiter beim Einkauf von Kinderschuhen. Man kann damit umgehend sicherstellen, dass man auch tatsächlich die richtige Größe des Schuhs erwirbt.
Das Gerät ist eine Entwicklung des österreichischen Forschungsprojekts "Kinderfüße-Kinderschuhe", welches vom Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit und Frauen und dem Fond Gesundes Österreich gefördert wird. Das Forschungsprojekt betreibt die sehr informative Website kinderfuesse.com, über die man sich u.a. auch das plus12-Gerät bestellen kann.
Mich hat die Website und auch das plus12-Kinderfußmessgerät auf Anhieb überzeugt und ich bin mir daher sicher, dass ich mir in den nächsten Tagen ein Exemplar davon bestellen werde, sofern Du in den Kommentaren nicht mit noch etwas Besserem kommst. Daher meine abschließende Frage:
Wie achtest Du darauf, dass Du beim Kauf von Kinderschuhen immer die richtige Größe erhältst?
Top-Tipp: Limango - Einkaufsgemeinschaft für junge Familien!
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19 Kommentare
es freut mich, wenn mein Beitrag so schnell eine erste Reaktion auslösen konnte! Ich schreibe hier allerdings über ein Teil, welches ich selbst noch nicht getestet habe.
Gibst du uns ein wenig Feedback, nachdem das plus12 bei dir eingetroffen ist?
Ich kaufe für meine Kinder immer nur Schuhe einer Marke, bei der ich sowohl das Größen- als auch das Weitensystem aus eigener Erfahrung richtig einschätzen kann.
Im Prinzip hat man aber schon viel gewonnen, wenn zumindest die Schuhgröße (=Innenlänge) stimmt.
Bei den restlichen Kritierien vertraue ich immer auf das eigene Gefühl beim An- und Ausziehen sowie auf die Erfahrung des Verkäufers.
Man muss wirklich feststellen, wie viele Verkäufer nicht in der Lage sind sich auf einen Kinderfuss einzustellen. Es geht vielen leider immer noch um den Umsatz. Bitte nicht falschverstehen, aber es gibt wirklich so viele. Man muss Glück haben und sich schon vorher belesen haben zu dem Thema. Guter Bericht, welcher hier weiterhelfen soll.
es gibt ein ähnliches Produkt auch von Tupper für etwa 7 EUR, welches ebenfalls die Innenlänge eines Schuhs messen kann und welches man im Internet, im Tupper-Shop oder auf einer Tupper-Party erwerben kann. Ich habe es an meiner Tochter (6,5 Monate) bislang allerdings nur zum Vermessen der Füße zum Sockenkauf genutzt, denn sie hat große Füße und ich wollte recht schnell sicher stellen, dass sie keine kalten Zehen bekommt und dafür eignet sich das Messgerät ausgezeichnet. Nicht nur zu kleine, sprich zu kurze und zu enge Schuhe, sind nämlich verantwortlich für Fehlbildungen der Zehen und der Fußknochen, sondern auch zu kleine Socken...
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Liebe Grüße,
Daisy72
Ein Problem, an dem diese Geräte kranken, ist dass sie nichts über die korrekte Weite oder Höhe aussagen. Außerdem messen sie unter Umständen die längste Länge im Schuhe (diagonal), nicht aber die Fußlänge.
Im Endeffekt geht doch nichts über gute Beratung, etwas Glück und viel Barfuß gehen.
Vielen Dank!
der Artikel ist gut recherchiert. Ich möchte aber an dieser Stelle noch erwähnen, dass viele Eltern oftmals Babyschuhe kaufen, die dem Kind zu klein sind. Das liegt daran, das Kinder bei der Anprobe die Zehen einrollen, wenn der Schuh zu klein ist. Eine sorgfältige grössenüberprüfung ist somit absolut wichtig!!
Zustimmen möchte ich auch, dass Babys bis zum Laufen nicht wirklich Schuhe. Aber sind wir auch ehrlich: Es sind schon süss aus und ist nichts schlimmes(solange der Fuss keinen Schaden nimmt!)
Aber richtig: Barfuss ist allemal besser!
Versuchen kann man es sicher einmal.
LG
Mathias
unserer Erfahrung nach ist die Methode mit der Schablone zuverlässiger als Meßgeräte.
Schade, dass Sie den Aspekt der Fußweite gar nicht betrachtet haben. Gemäß aktueller Untersuchungen haben immerhin beinahe 50% der Kinder Füße, die in normal weiten Schuhe nicht gut aufgehoben sind. Das traurige Resultat sind Fachgeschäfte, die Schuhe 3 Größen zu groß verkaufen, um einen zu schmalen Schnitt zu korrigieren. Sohle herausnehmen hilft an der Stelle übrigens nicht. Messen nach WMS-System schon.
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