Handy als Babyphone
Markus Niesen | 13. Feb 2009 | Baby Erziehung
Ein klassisches Babyphone hat aufgrund seiner geringen Reichweite einen ganz großen Nachteil: es ermöglicht den Eltern nur einen Bewegungsradius, der nicht über die eigene Wohnung oder den anliegenden Garten hinaus reicht.
Abhilfe schaffen sollen Geräte, die auf Telefonverbindungen zur Benachrichtigung der Eltern setzen: wenn im Kinderzimmer der Geräuschpegel über einen zuvor eingestellten Schwellenwert steigt, dann wird automatisch eine festgelegte Telefonnummer angerufen, so dass sich die Eltern auch in einer größeren Entfernung zur eigenen Wohnung aufhalten können.
Mit dem bébétel gibt es bereits seit Jahren ein Babyphone, welches an die Telefondose angeschlossen wird. Im Falle eines Falles wählt das Gerät per Festnetz oder über ein Handy (mit optionalem Adapter!) eine beliebige Telefonnummer an und erlaubt den Eltern somit direkt mit dem Baby zu sprechen. Das bébétel ist damit zwar sehr komfortabel, aber auch entsprechend teuer.
Daher gibt es seit einiger Zeit nun auch eine Software, die ein Handy in ein Babyphone verwandeln kann. So ist keine zusätzliche Hardware mehr erforderlich. Im Kinderzimmer liegt einfach ein ganz gewöhnliches Handy, welches mit Windows Mobile betrieben wird oder auf der Symbian S60 Plattform v3.0 oder höher läuft.
Das Programm, welches einmalig auf dem Handy installiert werden muss, nennt sich Babymobile. Nach Eingabe der zu wählenden Telefonnummer und nach Einstellung des gewünschten Geräuschpegels kann es aktiviert werden. Wenn das Kind anschließend schreit, ruft Babymobile die eingestellte Telefonnumer an. Die Eltern können dann mit dem Kind sprechen.
Umgekehrt kann man die Mobilfunknummer des überwachenden Handys anrufen, um über eine automatische Rufannahme per Fernüberwachung in das Kinderzimmmer hinein zu hören.
Babymobile kostet 49,- Euro (Stand: Februar 2009) für eine Nutzungsdauer von zwei Jahren. Die Software wird per SMS geliefert. Auf der sehr übersichtlichen Website kann man sich alle Funktionen genau ansehen.

Für Windows-Smartphones gibt es von M&M-Systeme eine ähnliche Software, die mit knapp 20,- Euro deutlich preiswerter ist, aber ebenfalls ein Handy in ein Babyphone verwandeln kann. Da man sich von beiden Programmen kostenlose Testversionen herunterladen kann, lassen sich die Funktionen vor dem Kauf in Ruhe ausprobieren.
Das viel beworbene und zunächst - aufgrund der tollen Website - deutlich attraktivere Babymobile halte ich für zu teuer. Wer mit dem Babyphone von M&M-Systeme zurechtkommt, sollte lieber hier zuschlagen. Da die Programme aber einen relativ geringen Funktionsumfang haben, würde ich eher einen Preis von 5,- bis 10,- Euro für gerechtfertigt halten.
Prinzipiell halte ich es aber generell für keine gute Idee, sich weiter als die reguläre Reichweite eines normalen Babyphones von seinem Nachwuchs zu entfernen, wenn keine geeignete Aufsichtsperson ("Babysitter") zur Verfügung steht. Ich glaube nämlich nicht, dass sich ein Baby oder ein Kleinkind auch nur ansatzweise über einen scheppernden Handy-Lautsprecher beruhigen lassen, wenn es ein ernsthaftes Problem geben sollte.
Insofern würde ich den ganzen Abend über wie auf glühenden Kohlen sitzen und nur unruhig auf meinem Stuhl hin- und herrutschen, weil ich mich die ganze Zeit über fragen würde, ob meine Handy-Software auch tatsächlich wie vorgesehen funktioniert. Im Zweifelsfall könnte ich den größeren Abstand von meinem Kind dann also doch nicht so richtig genießen.
Hast du Erfahrungen mit einem Handy als Babyphone? - Hältst du dies für eine gute Idee?
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15 Kommentare
Diese Low Cost-Lösung funktioniert doch nicht wirklich: im Restaurant wird gerade das Essen serviert, im Kino fängt gerade der Film an oder wir haben gerade den ersten Cocktail vor uns stehen und dann klingelt das Handy und ich höre mein Baby weinen??? - Vergiss es doch einfach!
Zum Sinn solcher "Fernbabyphones" wurde ja schon was geschrieben
Angst vor Elektrosmog habe ich nicht, auch weil wir die Handy-Babyphone-Lösung eher selten benutzen und ansonsten unser normales Babyphone (Schließlich will man sein iPhone ja auch meist bei sich tragen...).
Aber wenn wir es benutzen dann hat es auch seinen Sinn: unser Babysitter hier ganz in der Nähe muß nun eben nicht mehr bei uns übernachten, sondern ist innerhalb von 1 Minute die 3 Häuser weitergelaufen. Oder: wir gehen essen zum Italiener in der Nachbarschaft (von den 5mal mußte ich tatsächlich 1mal vor dem Hauptgang heimgehen...) Und im Urlaub kam es auch schon zum Einsatz: dort war die Bar eben ein paar Meter zu weit weg für unser normales Telefon.
Ich halte mich dennoch für eine verantwortungsbewußte Mutter: wir haben Rauchmelder, falls es brennt, dann geht ein Alarm los, so dass wir angerufen werden - UND wir sind ganz sicher innerhalb von kurzer Zeit wieder zu hause.
Ein ganz großes Daumen hoch für diese Anwendung
@derjanni
da kann ich Dir nur zustimmen. Deswegen hatten wir uns für den Urlaub extra ein Walkie-Talkie mit Babyphonefunktion gekauft, das anscheinend 3 km Reichweite hat. Das hat auch nicht funktioniert, weil der Raum mit dem Kind im Halbpater lag, und wir konnten nicht mal den Minigolfplatz keine 200 Meter weg benutzen.
noch ein wort zu entfernung: ich will nur zum nachbarn und obwohl der nur 50 m wegwohnt habe ich dorthin mit meinem normalen babyphone für 200,- euro keinen empfang.
lg kaddy
diese funktionen habe ich auch nur bei www.babymobile.de gesehen. beim iphone geht das nicht.
lg gesine
Mittlerweile ist sie groß und wen ich mal kurz weg bin, kann sie selbst mich anrufen.
Grüße
Frank
Grüße
Frank
Und wir essen auch nicht mit Genen und Atomen.
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