Muttermilch zur Frauenmilchsammelstelle?
Markus Niesen | 18. Feb 2009 | Baby Ernährung
In der letzten Woche machte Schauspielerin Salma Hayek Schlagzeilen als sie beim Besuch eines Krankenhauses im westafrikanischen Sierra Leone ein fremdes Kind stillte.
Die ungewöhnliche Milchspende wurde in Amerika äußerst kontrovers diskutiert. Sie brachte aber nicht zuletzt auch die amerikanischen Milchbanken wieder in das Licht der Öffentlichkeit, die Muttermilch von Spenderinnen einsammeln, um damit zu früh geborene oder kranke Säuglinge zu ernähren, deren leibliche Mütter ihr Kind nicht mit Muttermilch versorgen können.
Auch hier bei uns in Deutschland gibt es solche Milchbanken (Adressen), die sich allerdings hinter den etwas umständlichen Begriffen Frauenmilchsammelstelle, Muttermilchannahme, Frauenmilchaufbewahrung oder Frauenmilchbank verstecken. Ein Artikel aus einem ärztlichen Fachblatt erklärt, warum sich diese Sammelküchen eher im östlichen Teil Deutschlands befinden.
Ich finde auch den Begriff "Milchküche", den andere Einrichtungen gewählt haben, etwas ungeschickt, weil er meines Erachtes falsche Assoziationen weckt (hygienische Anforderungen an die Milchküche).
Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig wenig Frauenmilch gesammelt wird. Deutsche Frauen haben anscheinend auch weniger ein Problem damit, überzählige Muttermilch abzupumpen und die kostbare Nahrung einfach zu entsorgen.
Hier bei uns gibt es allerdings - genau wie in Amerika auch - ausreichend Alternativen zur Muttermilch. Wenn eine Mutter also nicht stillen kann oder will, dann steht Ersatznahrung in unzähligen Varianten zur Verfügung.

Doch genau an dieser Stelle frage ich mich allerdings, warum sich das Konzept der Milchbanken in Deutschland nicht flächendeckend durchsetzen könnte. Daher hier ein paar Fragen für alle angehenden Mütter, die stillen wollen, und für alle Mütter mit Stillerfahrungen:
- Könntest du dir vorstellen wie Salma Hayek einfach ein fremdes Kind zu stillen, welches gerade hungrig ist?
- Hast du schon einmal etwas von den Frauenmilchsammelstellen gehört?
- Würdest du Muttermilch an eine solche Sammelstelle spenden, wenn eine bei dir in der Nähe wäre?
- Hast du schon einmal überzählige Milch abgepumpt und/oder weggeschmissen?
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9 Kommentare
2. Das wusste ich nicht, dass man nach wie vor, die Milch abgeben kann. Frueher zu "Ostzeiten" war das normal.
3. Ich konnte nicht abpumpen-dieses mechanische hat bei mir nicht funktioniert. Deshalb faellt 4. auch aus.
Alle meine drei Kinder wurden ueber ein halbes Jahr gestillt.
2. Habe ich gerade zum ersten Mal von gelesen
3. Ja, vielleicht
4. Abgepumpt und weggeschmissen wegen zuviel Milch. Nach Abstillens habe ich aber auch oft genug nicht getrunkene Fertigmilch weggeschüttet.
2: ja
3, ja, ich finde es eine Schande, weil Frühchen könnten viel mehr von Muttermilch profitiren und es im Westen, wo ich wohne nichts gibt
4: aufgesammelt und weggeschmissen, weil ich immer noch genug Milch habe
Meine Tochter ist 19 Monat alt und wird noch gestillt und ich bade immer noch in Milch manchmal ;-)
Besonders interessant finde ich Eure Aussagen zur ersten Frage: im prüden Amerika hat die fremd stillende Salma Hayek einiges an Ablehnung erfahren. Viele Mütter können es sich aus hygienischen oder gesundheitlichen Gründen nicht vorstellen, ein fremdes Kind zu stillen.
Andererseits gilt dort Muttermilch als etwas sehr Kostbares, was man nicht so einfach entsorgen kann. Daher finde ich Eure Antworten zur vierten Frage auch bemerkenswert. Wenn man nicht weiß, wohin mit der ganzen Milch (eine Mutter, die oben unter "Adressen" verlinkt ist, spricht von 220 Litern (!) konservierter Muttermilch im Kühlschrank), dann sollte man sie ohne schlechtes Gewissen auch ruhig wegschmeißen dürfen.
Ich bin mir unsicher, ein Waisenkind sicherlich aber wenn die Mutter daneben steht, wahrscheinlich nicht.
2. Hast du schon einmal etwas von den Frauenmilchsammelstellen gehört?
Nein. Zu DDR war es üblich das Muttermilch verkauft wurde. Ich habe im örtlichen Krankenhaus (ich wohne im Osten) gefragt, ob ich meine MuMi abgeben könnte und es hies nein, der Aufwand es zu sterilisieren wäre zu hoch, außerdem wäre es aus hygienischen Gründen in in Dtl. verboten. Daher wundert es mich jetzt, dass es doch Sammelstellen gibt.
3. Würdest du Muttermilch an eine solche Sammelstelle spenden, wenn eine bei dir in der Nähe wäre?
ja, warum nicht, ich hatte viel zu viel
4. Hast du schon einmal überzählige Milch abgepumpt und/oder weggeschmissen?
Weggeschmissen ist nicht der richtige Ausdruck, sondern ausgestrichen. Abpumpen fördert die Milchproduktion, daher wird davon abgeraten. Es regelt sich von alleine und das war auch bei mir so...
2. Ja, allerdings kenne ich keine Mutter, die eine solche nutzt.
3. Ja, wenn ich zeitlich schaffe.
4. Die Milch bildet sich nach Angebot und Nachfrage, daher ist die Frage verwirrend, ob zu viel Milch abgepumpt werden kann. Eingefroren habe auch ich Milch, um für den Notfall (Krankheit o.ä.) vorzusorgen. Außerdem kann die Muttermilch auch später für die Zubereitung von Beikost genutzt werden.
Ja natürlich ! =)
2. Hast du schon einmal etwas von den Frauenmilchsammelstellen gehört?
Nein. Erst seid einigen Tagen. Wär schön, wenn man sowas nach der Geburt mitbekommen würde, wo drin steht, wo man spenden kann und alles was dazu gehört. die ganz informationen.
Hätte ich es früher gewusst, dann hätte ich mein kind stillen lassen, oder zumindest Muttermilch geben lassen.
3. Würdest du Muttermilch an eine solche Sammelstelle spenden, wenn eine bei dir in der Nähe wäre?
Ja klar. Und in der nähe wär natürlich von vorteil, dann würden es auch mehr tun. Und eben, wenige wissen von solch einer sache. Ich wusste auch nicht, dass es sowas überhaupt gibt.
4. Hast du schon einmal überzählige Milch abgepumpt und/oder weggeschmissen?
Nein. Da ich eh immer zu wenig hatte und mein Kind abgenommmen hatte anstatt zu. Ich hätte sowas auch gerne in anspruch genommen. Nur wird man darüber nicht aufgekärt, leider.
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