Tomy Freestyle Babytragesitz - Test und Erfahrungsbericht
Markus Niesen | 5. Mär 2009 | Entwicklung | 1 Feedback »
Der Tomy Freestyle Babytragesitz wurde - wie jede andere Babytrage auch - in Zusammenarbeit mit Chiropraktikern konzipiert und entwickelt. Um einen hervorragenden Tragekomfort zu erzielen, wurde beim Tomy Freestyle ein gepolsterter Beckengurt für die Eltern mit einer ergonomischen Sitzfläche und einer Nackenstütze für das Kind kombiniert. Die einfach zu handhabenden Schnallen sollen ein schnelles An- und Ausziehen ermöglichen.
Für einen ausgiebigen Test hat mir der Hersteller einen Tomy Freestyle Premier in einer "Limited Edition" überlassen. Im Gegensatz zu dem ebenfalls erhältlichen Tomy Freestyle Classic hat dieser eine leicht verstärkte Polsterung und eine etwas bessere Lendenstütze. Der Tomy Freestyle Premier wird zudem mit einer kleinen, weichen Nackenrolle geliefert, die speziell bei Babys bis zu 3 Monaten das seitliche Wegkippen des Köpfchens verhindern soll, wenn das Baby nach innen schauend getragen wird.
Die Bezeichnung "Limited Edition" bringt darüberhinaus keine zusätzlichen Funktionen, sondern steht lediglich für einige Sonderfarben des Tomy Freestyle, die wohl nur vorübergehend erhältlich sein werden.
Trotz umfangreicher Tragetuch- und Tragesack-Erfahrungen hatte ich nach dem Auspacken des Tomy Freestyle Schwierigkeiten beim ersten Anlegen: die zahlreichen Bänder und Einstellmöglichkeiten erschlossen sich mir nicht rein intuitiv auf Anhieb.
Ein kurzer Blick in die Gebrauchsanweisung brachte keine Abhilfe, da es darin nur Abbildungen gibt, auf denen der Tomy Freestyle bereits angelegt ist. Erst ein kurzes Video auf der englischen Tomy-Website, welches leider nicht auf tomy.de verfügbar ist, verschaffte Klarheit: nachdem ich den wirklich einfachen (!) ersten Schritt einmal gesehen hatte, wunderte ich mich anschließend bei jedem neuen Anlegen, warum ich nicht selbst auf diesen simplen Zugang gekommen war. ![]()
Nach diesen Anfangsschwierigkeiten konnte der Tomy Freestyle Premier jedoch seine ganze Klasse ausspielen, denn das Schließen des sehr soliden Hüftgurtes und das Einstellen der gut gepolsterten Schultergurte hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck. Bereits nach wenigen Sekunden hatte ich das Gefühl, dass man diesem Tragesitz bedenkenlos vertrauen kann und nicht ständig das Gefühl haben muss, dass das Baby irgendwo herausrutschen könnte.
Das nun folgende Einsetzen des Babys ist beim Tomy Freestyle ebenso leicht und schnell erledigt: die Beinchen werden durch die einstellbaren Öffnungen gesteckt und die Nackenrolle wird um den Hals des Babys gelegt. Abschließend drückt man das Baby zu sich heran und schließt die beiden äußerst angenehmen Schulterclips, die ich für das absolute Highlight dieses Tragesitzes halte. Denn bei einer korrekten Einstellung des Tomy Freestyle verteilt sich das Gewicht des Babys nun gleichmäßig auf Schultern und Hüfte der Eltern und ermöglicht damit auch längeres, beschwerdefreies Tragen.
Dennoch sollte man vor dem Kauf eines Tomy Freestyle Classic oder eines Tomy Freestyle Premier die folgenden Punkte beachten:
- Der Tomy Freestyle eignet sich nur für Babys von 3,5 bis 9 Kilogramm und kann daher nur im ersten Lebensjahr des Babys eingesetzt werden.
- Da die Gurte des Tomy Freestyle nicht übermäßig lang sind, können nur durchschnittlich große und durchschnittlich schwere Träger diesen Babytragesitz komfortabel auf ihren Körper einstellen.
- Der Hersteller propagiert beim Tomy Freestyle auch eine Trageposition, bei dem das Baby nach außen gerichtet ist und vom Träger wegschaut. Diese Tragweise gilt aufgrund der frei herabhängenden Beine jedoch als eher schädlich für die Hüftentwicklung und den Rücken des Babys und ist daher nicht zu empfehlen.
Der Preis von knapp 60,- Euro (Stand: März 2009) für die mir zur Verfügung gestellte "Limited Edition" des Tomy Freestyle Premier liegt deutlich unter Alternativen wie etwa dem Baby Björn Tragesitz oder dem Ergo Baby Carrier. Der Listenpreis von knapp 43,- Euro (Stand: März 2009) für den Tomy Freestyle Classic stellt sicherlich ein echtes Schnäppchen dar. Alle Informationen zu den beiden Varianten befinden sich hier.
Wie immer beim Kauf einer Tragehilfe würde ich auch beim Tomy Freestyle im Vorfeld dazu raten, alles in Ruhe auszuprobieren und mit dem eigenen Baby die Einstellmöglichkeiten und den Tragekomfort zu testen.
Denn wer extrem hohe Ansprüche an die Ergonomie eines Babytragesitzes hat, der wird garantiert keinen Gefallen am Tomy Freestyle finden. Sollte man aber mit den oben genannten Einschränkungen leben können und zudem auf der Suche nach einem wirklich preisgünstigen Babytragesitz sein, dann kann man mit dem Tomy Freestyle eigentlich nicht viel falsch machen.
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