Achterbahn zum ersten Milchzahn
Markus Niesen | 17. Mai 2010 | Baby Ernährung
Über das HELLP-Syndrom, welches ich hier vor ein paar Tagen vorgestellt habe, war ich in den mehr als 5 Jahren des Baby-Blogs zuvor noch nie gestolpert. Ich wurde erst durch eine davon selbst betroffene Leserin per E-Mail darauf aufmerksam gemacht. Sie verwies mich auch auf "Achterbahn zum ersten Milchzahn", ein Buch von Thomas Scholtyssek. Da sein Werk durchweg sehr gute Bewertungen hatte, habe ich es mir auch einmal besorgt.
In "Achterbahn zum ersten Milchzahn" erzählt der Diplom-Bauingenieur zunächst von der Schwangerschaft seiner Frau Nicole. Bis in die 32. Schwangerschaftswoche hinein verläuft zunächst alles ganz normal. Doch dann bekommt Nicole Scholtyssek plötzlich starke Bauchschmerzen. Was für alle Beteiligten zu Beginn wie eine gewöhnliche Magen-Darm-Infektion aussieht, entpuppt sich jedoch schon bald als eine lebensgefährliche Schwangerschaftsvergiftung (HELLP-Syndrom).
Dann geht alles ganz schnell: Kaiserschnitt, Kind auf die Frühgeborenenstation und der schockierende Satz der Ärztin: "Wir können noch nicht sagen, ob Ihre Frau durchkommt."
Hautnah und ungeschminkt lässt Thomas Scholtyssek in "Achterbahn zum ersten Milchzahn" den Leser an den aufregendsten Wochen seines Lebens teilhaben. Doch der Untertitel "Vater werden - mein Abenteuer mit Happyend" suggeriert bereits, dass am Ende alles gut ausgehen wird.
Das Buch ist in weiten Teilen äußerst fesselnd und durch den humorvollen Schreibstil des Autors auch sehr unterhaltsam. Dennoch kann ich "Achterbahn zum ersten Milchzahn" nur mit Einschränkungen empfehlen:
Ich hätte mir sehr gewünscht, dass Thomas Scholtyssek die Auswirkungen seines Kernthemas "HELLP-Syndrom" auf seine Frau und seine Familie wesentlich ausführlicher beschreibt. Stattdessen übernimmt er lediglich wortwörtlich einen Text aus dem Internet von einer Website, die ich in meinem Artikel über das HELLP-Syndrom auch verlinkt habe.
So kratzt der Autor nur an der Oberfläche herum und beschreibt in den Kapiteln über das Elterngeld, über die erste Zeit mit dem Baby zu Hause, über den ungeliebten Papierkram und über die Elternzeit genaugenommen nur Situationen, denen sich alle anderen Eltern ebenso stellen müssen.
Das alles ist zwar sehr gut und schön flüssig erzählt, aber mir fehlt irgendwie ein wenig mehr Tiefgang.
"Achterbahn zum ersten Milchzahn" ist ebenso kurzweilig wie kurz: die großzügig bedruckten 156 Seiten des Buches mit den vielen Leerseiten zwischen den einzelnen Kapiteln hat man problemlos an einem Nachmittag verschlungen.
Den Preis von 16,90 Euro (Stand: Mai 2010) für ein solches Taschenbuch halte ich zumindest für diskussionswürdig; die alte deutsche Rechtschreibung empfinde ich persönlich als nicht mehr zeitgemäß.
"Achterbahn zum ersten Milchzahn" ist dennoch durchaus lesenswert. Wer mehr über das "HELLP-Syndrom" erfahren will, sollte allerdings nach anderen Büchern Ausschau halten.
Auf der Website des Sankt Ulrich Verlags kann man sich vor dem Kauf eine vierseitige Leseprobe (pdf-Dokument) von "Achterbahn zum ersten Milchzahn" anschauen. Das Buch selbst erhält man u.a. versandkostenfrei bei amazon.de.

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